Kontaktverfolgung

Nutzer des Schlüsselanhängers der Luca-App stehen in Haldensleben vor verschlossenen Türen

Eigentlich sollte er Erleichterung bringen, der Schlüsselanhänger von „Luca“. Er gehört zur gleichnamigen Kontakverfolgungs-App und sollte auch für Menschen, die kein Smartphone haben, als eine Art Türöffner dienen. Die Nutzung gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht.

Von Juliane Just
In Sachsen-Anhalt gibt es die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung auch als Schlüsselanhänger. Damit sollen auch Menschen, die kein Smartphone haben, in Geschäften, Theatern oder anderen Orten ihre Kontaktdaten hinterlegen. Doch in Haldensleben gibt es damit Probleme.
In Sachsen-Anhalt gibt es die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung auch als Schlüsselanhänger. Damit sollen auch Menschen, die kein Smartphone haben, in Geschäften, Theatern oder anderen Orten ihre Kontaktdaten hinterlegen. Doch in Haldensleben gibt es damit Probleme. Foto: dpa/Marcus Brandt

Haldensleben - Die Zeit, in denen man ständig Kontaktformulare ausfüllen musste, sind vorbei. Seit die Kontaktverfolgungs-App „Luca“ in Sachsen-Anhalt Einzug gehalten hat, wird das alles digital erledigt. Für Menschen, die kein Smartphone besitzen, werden seit dem 17. Juni 2021 im Landkreis Börde Schlüsselanhänger von Luca verteilt. Doch damit wird gerade für ältere Menschen einiges komplizierter.

Wie funktioniert „Luca“? Die App erstellt für jeden Nutzer einen QR-Code aus den angegebenen Kontaktdaten. Damit können Luca-Nutzer ihren Besuch sowohl bei privaten Treffen als auch in Geschäften, Restaurants oder bei Veranstaltungen dokumentieren. Mit einem Klick sind die Daten beim Gesundheitsamt, wenn sie angefordert werden.

Keine Hilfe bei Online-Registrierung

Ähnlich funktioniert auch der Luca-Schlüsselanhänger. Insgesamt 3000 Stück sind im Landkreis Börde angekommen, jede Gemeinde hat 200 erhalten. In Der Stadt Haldensleben wurden davon 172 bereits ausgegeben. Doch mit der Herausgabe des Anhängers ist die Arbeit nicht getan, denn die analogen Anhänger müssen vorher digital registriert werden - das ist sozusagen der Startschuss für die Nutzung. Doch viele ältere Personen stehen dann ratlos mit dem Stück Plastik in der Hand und wissen nicht, wie sie die Online-Registrierung vornehmen sollen.

So auch in der Stadt Haldensleben, die direkt in der Pressemitteilung darauf verwies, die Verwaltung übernehme die Registrierung aus „datenschutzrechtlichen Gründen“ nicht. Doch vom Landkreis war das anders angedacht. „Wir haben die Gemeinden gebeten, ihren Bürgern die Dienstleistung der Registrierung anzubieten. Allerdings wird dies nicht überall umgesetzt, obwohl das nur zwei Minuten dauert“, moniert Danny Schonscheck, Leiter des Wirtschaftsamtes. Der Landkreis wolle nun noch einmal „Werbung“ machen, damit diese Dienstleistung in den Verwaltungen angeboten wird.

Luca-Nutzer können nicht eingecheckt werden

Das nächste Problem ergibt sich in der Nutzung des Schlüsselanhängers. Während die App-Nutzer sich selbst einchecken können, müssen die analogen Nutzer von einem anderen Gerät eingecheckt werden. Das kann über einen Scanner, aber auch über ein Smartphone oder Tablet passieren. Doch auch das kann die Stadt Haldensleben nicht vorhalten. „Scanner sind nicht vorhanden und auch noch nicht bestellt“, sagt Stefanie Stirnweiß, Mitarbeiterin im Bereich Kommunikation.

Für das Kleinkunstfest am 3. Juli 2021, das in der Innenstadt Haldenslebens stattfindet, heißt das: Trotz des analogen Schlüsselanhängers müssen die Personen wieder zu Zettel und Stift greifen und ihre Kontaktdaten schriftlich hinterlassen. Theoretisch hätten laut Stirnweiß am Standort Hagentorplatz/Alter Friedhof die Schlüsselanhänger eingecheckt werden können. „Ein Testlauf hat allerdings ergeben, dass das Ganze noch nicht ganz rund läuft“, sagt sie.