Calvörde l Immer wieder gibt es Beschwerden von Bürgern, die sich über Dreckecken in ihren Orten ärgern. Auch bei einer Sitzung des Calvörder Gemeinderates ging es um Laub sowie um Schmutz auf den Fußwegen und in den Gossen. Gemeinsam mit Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Flechtingen fuhr Heidemarie Schweickert, Ortsteilbeauftragte von Calvörde, im Auftrag der Kommune durch den Ortsteil Calvörde, um Dreckecken zu protokollieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Unkraut wuchert zum Beispiel auf dem Fußweg vor einem Grundstück an der Ecke Teufelsküche/Gänsemarkt in Calvörde. Es sieht nicht nur ungepflegt aus, sondern das Regenwasser kann nicht in die Gully laufen.

„Früher hat das Grundstück einem Schmiedemeister gehört. Zu DDR-Zeiten hatte dann der Möbel-Konsum hier seine Lagerstelle. Wer jetzt Eigentümer ist, findet die Verwaltung heraus“, weiß Heidemarie Schweickert. In Calvörde gibt es – nach den Ausführungen der Gemeinderätin – gerade im Zentrum einige verschmutze Grundstücke. Besonders präsent ist ein verwahrlostes Haus am Markt. „Es stand mal unter Denkmalschutz, aber jetzt scheint ein Abriss am sinnvollsten“, sagte Heidemarie Schweickert. Sie appellierte, dass alle Bürger ihrer Straßenreinigungspflicht nachkommen sollen. „Wenn jeder vor seiner Tür für Ordnung sorgt, dann wäre schon viel erreicht. Doch es gibt viele Leute, die es nicht juckt, wie das Dorfbild aussieht“, weiß die Calvörderin nur zu gut.

Straßenreinigung ist Pflicht

„Eigentümer von Grundstücken, bei denen es Beanstandungen gibt, bekommen erst mal ein Hinweisschreiben, in dem wir auf die Pflicht der Straßenreinigung verweisen. Wenn das nichts bringt, dann müssen wir ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten“, erklärte Antje Jacobs, Leiterin des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Flechtingen.

Die Reinigungspflicht umfasst – nach ihren Ausführungen – insbesondere das Entfernen von Verschmutzungen zum Beispiel Unrat, Schmutz, Scherben, Laub und ähnliche Fremdkörper sowie das Freimachen der Regenwassereinläufe. „Dazu gehört auch das Entfernen von Unkraut auf befestigten Fahrbahnen und Gehwegen, in Straßenrinnen und an unmittelbar an Gehwegen angrenzenden Mauern, Zäunen und Häuserwänden“, zählte die Ordnungsamtsleiterin auf. Pflicht ist auch das Entfernen von Müll und Unkraut aus dem Straßenbegleitgrün. Verkehrsbegleitgrün ist ein Sammelbegriff für sämtliche, zu einem Verkehrsweg gehörenden Grünflächen und Gehölzpflanzungen.

„Wir haben immerhin 37 Ortsteile. Wir können ja nicht überall sein“, sagte Antje Jacobs. Hinweise, wo es Ordnungswidrigkeiten gibt, nehmen die Mitarbeiterinnen gern entgegen. Soweit es die Zeit erlaubt, schauen sich die Frauen vom Ordnungsamt, die gemeldeten Flächen an.

Die Mitarbeiter des Bauhofes sind bemüht, auf den öffentlichen Flächen Ordnung zu schaffen. „Aber auch die Gemeindearbeiter schaffen es nicht immer, in allen Ortsteilen präsent zu sein. Gerade wenn große Mengen von Laub anfallen oder wenn es um das Mähen von Rasenflächen geht“, weiß Heidemarie Schweickert.

Illegal entsorgter Müll

Probleme gäbe es aber nicht nur bei der Straßenreinigung, sondern immer mehr Menschen werfen einfach ihren Müll in die Landschaft. „Da liegt Sperrmüll und sogar Asbest im Straßengraben oder in den Wäldern“, ärgert sich Heidemarie Schweickert.

Erst vor kurzem wurden die Ordnungsamtsmitarbeiterinnen nach Uhrsleben gerufen. Dort lagen in der Nähe zur Autobahnauffahrt ein Zigarettenautomat und mehrere Tierkadaver „Die unerlaubte Müllentsorgung und die Beseitigung von Sondermüll geben wir an den Landkreis Börde weiter. Illegale Müllentsorgung ist Landkreissache“, betonte Antje Jacobs.

Wer einen Verursacher bei der illegalen Müllentsorgung beobachtet hat, kann dies beim Ordnungsamt der Verbandsgemeinde oder bei der Unteren Abfallbehörde des Landkreises unter Tel. 03904/724 041 43 oder per Mail unter natur-umwelt@landkreis-boerde.de melden.

Häufig wird auch Sperrmüll in der freien Landschaft „entsorgt“, obwohl die Abfuhr von Sperrmüll kostenlos ist. Sperrmüll wird auf Anforderung abgefahren. Die Abholung muss rechtzeitig angemeldet werden, denn es ist mit Wartezeiten von bis zu vier Wochen zu rechnen.

Telefonisch ist dies möglich montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr unter Tel. 039209/68136 oder online.