Hundisburg l Etwa 20 Teilnehmer waren bei dem knapp zweistündigen Rundgang dabei. Dazu zählten Ortschaftsratsmitglieder, Bürger sowie Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Ortsbürgermeister Nico Schmidt (CDU) begrüßte zunächst alle vor der Gaststätte Räuberhöhle in der Thiestraße. „Ich habe vom letzten Mal die Liste der Verbesserungswünsche mitgebracht. Haken wir mal ab, was bereits passiert ist“, so Nico Schmidt.

Die erste Station bildete der Spielplatz an der Straße Bauplatz. „Ende Mai hat die letzte Sicherheitsprüfung stattgefunden“, berichtete Raik Gaudlitz, Abteilungsleiter Stadtwirtschaft. Dabei seien alle 30 Spielplätze in Haldensleben und den Ortsteilen betrachtet worden. „In Hundisburg wurden keine gravierenden Mängel festgestellt“, fuhr Raik Gaudlitz fort. Gleichzeitig räumte er jedoch ein, dass die Anlage nicht sehr attraktiv wirkt. Vielen der Spielgeräte sieht man ihr Alter an. „Wir kriegen den Spielplatz hier in diesem Jahr auf jeden Fall sicher“, kündigte der Leiter der Stadtwirtschaft an. Für eine Neugestaltung sei jedoch vorerst kein Geld da. Ein Zustand, der sich aller Voraussicht nach vor 2019 auch nicht ändern werde.

„Die Bänke und alles, was kaputt war, ist entfernt worden. Aber es wäre nicht schlecht, wenn man eine neue Bank bekommen könnte“, regte Nico Schmidt an. „Die Stadt hat vermutlich nicht viel Geld für Ergänzungen. Wir müssen erst einmal zusehen, dass wir die Diebstahlschäden ausgleichen“, erwiderte Raik Gaudlitz. In den vergangenen Tagen hatten Unbekannte sowohl am Haldensleber Waldring wie auch in Satuelle verschiedene Spielgeräte gestohlen (Volksstimme berichtete).

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Anschließend setzten die Teilnehmer ihren Weg zum Fischerufer fort. Die Straße ist bereits seit rund sieben Monaten gesperrt. Das sorgt bei den Anwohnern für wachsenden Unmut. Grund ist nach wie vor die alte Mühle mit ihren Nebengebäuden. An einigen Stellen besteht nach wiederholten Bränden Einsturzgefahr. „Warum tritt die Stadt nicht an den Eigentümer heran?“, hakte eine Bürgerin nach. „Das ist eine Aufgabe des Landkreises“, erklärte Holger Waldmann, der amtierende Leiter des städtischen Bauamtes. Der Kreis habe bereits Kontakt zum Eigentümer aufgenommen. Wie Holger Waldmann weiter ausführte, bestehe der nächste Schritt nun darin, ein Zwangsgeld zu verhängen, um den Eigentümer der Mühle zum Handeln zu bewegen.

Fischerufer seit sieben Monaten gesperrt

„Der Zustand ist nicht haltbar. Es besteht Gefahr für Leib und Leben“, betonte auch Ortsbürgermeister Schmidt. Aber die Gesetzgebung sei eindeutig - und es gebe Fristen, die eingehalten werden müssten.

In der Straße „Im Winkel“ haben Unbekannte eine Natursteinmauer mit Farbe beschmiert. Der Fall ist laut Raik Gaudlitz unter anderem auch deshalb ärgerlich, weil sich Farbe von Naturstein nur sehr schwer entfernen lasse.

Am Fuße des Schlosses führte der Spaziergang weiter zur Pastorgasse. Die dortige Brücke über die Garbe hat Moos angesetzt. Das hölzerne Geländer soll auf Wunsch des Ortschaftsrates neu gestrichen werden. Die geplante neue Garbebrücke in der Straße Eiche war kein Thema des Rundgangs.

Für Verärgerung sorgte dagegen das weitläufige Gelände des Schafstalls an der Magdeburger Straße und der Hauptstraße. Auch hier sind die Probleme nicht neu. Eigentlich hätte dort in den vergangenen Jahren ein sogenannter Archehof für bedrohte Haustierrassen entstehen sollen. Ein Café, ein Heuhotel, ein Laden sowie ein Streichelgehege und ein Spielplatz waren ebenfalls angedacht. Ein großes Schild verkündet nach wie vor die ehrgeizigen Pläne. Stattdessen fallen Mauersteine auf den angrenzenden Gehweg. Bei starkem Regen kann dieser überhaupt nicht genutzt werden, weil Fallrohre das Wasser direkt auf den Fußweg leiten. Das Unkraut sprießt. In einem Dach zeigt sich ein Loch. Sogar eine junge Birke wächst in mehreren Metern Höhe direkt aus einer Wand. Das Problem ist ähnlich wie bei der alten Mühle. Es handelt sich um Privatbesitz. „Der Eigentümer bewegt sich nicht“, sagte Nico Schmidt. An die Vertreter der Stadtverwaltung richtete er die Bitte, zu prüfen, ob es innerhalb der gesetzlichen Vorgaben irgendwelche Handlungsmöglichkeiten gebe.

Zu den letzten Stationen der Tour gehörten unter anderem die öffentlichen Aushangskästen. „Sie stammen aus den Zeiten, als wir noch selbstständig waren und sind in einem desolaten Zustand“, fasste Nico Schmidt zusammen.

Eine Grünfläche an der Rosa-Luxemburg-Straße werde oft zugeparkt. Der Ortsbürgermeister erkundigte sich, ob eine Abgrenzung mit großen Steinen möglich sei. Raik Gaudlitz sagte zu, dies zu prüfen. An einer weiteren Grünfläche an Mühlenstraße und Thiestraße wurde das ungehemmte Wachstum einer Hecke angesprochen. Den allerletzten Punkt bildete ein Gully im Schackensleber Weg, der sich allmählich absenkt.