Zahlen und Fakten

Bei der ADFC-Radreiseanalyse 2018 gaben 51 Prozent der Befragten an, das Rad für freizeitliche Zwecke (Tagesausflüge und Radreisen) zu nutzen.

Laut Fahrrad-Monitor Deutschland steigen 22 Prozent der Deutschen täglich oder

mehrmals pro Woche in ihrer Freizeit aufs Rad.

Im Jahr 2018 wurden 167 Millionen Tagesausflüge unternommen. Das entspricht einer Steigerung von elf Prozent gegenüber dem Jahr 2016.

Bei den Radtouristen ist der Elberadweg, welcher auch durch den Landkreis Börde führt, im Jahr 2018 als der beliebteste Radfernweg in Deutschland nominiert worden.

In etwa 80 Prozent der deutschen Haushalte ist mindestens ein Fahrrad vorhanden. (jj)

Haldensleben l Es gibt so einige Orte im Landkreis Börde, die zumindest in Sachen Fahrrad von der Außenwelt abgeschnitten sind. Vielerorts wird sogar seit Jahren für wenige Meter Radweg gekämpft. Mit dem neuen Radwegekonzept des Landkreises erhofften sich die Akteure neuen Schwung in Sachen Ausbau der Radwege. Passiert ist seither jedoch nichts. Die Volksstimme hat bei den Verantwortlichen in der Kreisverwaltung nachgefragt.

Ziel des Konzeptes ist es, Radwege für touristische, alltägliche und freizeitliche Nutzung sowie Schul- und Arbeitswege möglichst sinnvoll zu konzipieren und zu vernetzen. Dafür wurden seit Januar 2018 zahlreiche Akteure wie die einzelnen Kommunen, Verbandsgemeinden und Städte, die Polizei sowie der ADFC befragt. Herausgekommen ist ein optimales Radwegenetz – wenn es denn so ausgebaut wird. Eine von der Verwaltung erstellte Karte fasst die Daten zusammen. Diese seien jedoch laut Landkreis nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Konzept ohne Zeitplan

„Das Radwegekonzept ist ein Planungsinstrument des Landkreises“, erklärt Marion Scharf, Amtsleiterin für Kreisplanung, im Volksstimme-Gespräch. Das bedeutet: Das Konzept ist eine Planungsgrundlage, keine Handlungsaufforderung. Das Radwegekonzept vereint den Ist-Zustand, zeigt aber auch die Lücken auf. Doch einen Zeitplan gibt es dafür nicht.

Bei der Planung und Umsetzung eines Radweges spielen viele Faktoren eine Rolle. „Das größte Problem ist der Grunderwerb“, sagt Petra Naumann, Fachdienstleiterin Kreisplanung. So zeigt sich mitunter auf wenigen hundert Metern ein Flickenteppich von Grundstücken, die vom Bauherrn erworben werden müssen. Die Kreisverwaltung versuche bei Flurbereinigungen, also die Neuordnung eines Gebietes, Flächen für Radwege mit einzuplanen.

Eine Lücke geschlossen

Aus insgesamt 2370 Quadratkilometern wurden die Radwege im Landkreis Börde geplant. Dabei standen insbesondere Radwege der Klassen 3 und 4, also der regionalen und lokalen Radverbindungen, auf dem Portfolio des Planers. Doch dort beginnt auch das Problem: Je nach Straße ist eine andere Behörde zuständig. Zum Beispiel ist für Landesstraßen die Landesstraßenbaubehörde zuständig, für Kreisstraßen der Landkreis Börde und für regionale Straßen die jeweilige Kommune.

Seit Beginn des Radwegekonzeptes konnte eine Lücke im Radwegenetz geschlossen werden. Durch die Sanierung der K 1145 konnte zwischen Sommersdorf und Sommerschenburg (Gemeinde Sommersdorf) ein straßenbegleitender Radweg gebaut werden, den Radfahrer nun nutzen können. „Bei solchen Bauvorhaben wird künftig auf straßenbegleitete Radwege mehr Wert gelegt“, so Petra Naumann.

Ständige Aktualisierung

Der neue Weg wird mit ins Radwegekonzept aufgenommen – als vorhandene Strecke. Über die Jahre sollen so Dopplungen herausgefiltert und aktuelle Änderungen eingearbeitet werden. Auf der Agenda der Planer stehen vor allem auch große Radrouten wie die entlang des Mittellandkanals, der stillgelegten Bahntrasse zwischen Eilsleben und Haldensleben und eines Elbe-Ohre-Radwegs in der Verbandsgemeinde Elbe-Heide. Diese sollen als ergänzende touristische Routen im Landkreis Börde aufgenommen werden. „Wir prüfen und erweitern das Konzept fortlaufend. Das Radwegekonzept soll leben“, sagt Petra Naumann.