Haldensleben l An der Grundschule "Otto Boye" wurde in den Sommerferien 2019 gearbeitet. Zunächst wurde das Baugerüst aufgestellt. Seither wird die Fassade mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Dadurch entfernen die Arbeiter unter anderem Farbreste. Außerdem lässt sich deutlicher untersuchen, in welchem Zustand sich der Kalkputz befindet. Er wurde zuletzt in den 90er Jahren saniert.

Dass es Bedarf für eine neue Sanierung gibt, ist seit einigen Jahren bekannt. 2016 wurde bei einer Untersuchung festgestellt, dass sich Teile des Putzes lösten und herabzufallen drohten. Wie Sven Brack, Abteilungsleiter für Hoch- und Tiefbau des städtischen Bauamtes, erklärt, wurden die losen Teile damals mit einer Hebebühne entfernt.

Mauerwerk teilweise marode

Nun steht eine umfassende Sanierung an. Dabei soll der Putz aber nicht komplett erneuert, sondern in Teilflächen neu aufgebaut werden. Wo genau, darüber entscheidet die Halt- und Haftbarkeit des vorhandenen Putzes. In dieser Hinsicht sieht es offenbar ganz gut aus: „Wir dachten, wir kriegen mehr herunter“, informiert Sven Brack. Den Abschluss bildet dann ein neuer Anstrich.

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Wie der Abteilungsleiter für Hoch- und Tiefbau weiter informiert, ist auch eine Risssanierung mithilfe von Spiralankern geplant. Das bedeutet: Nicht nur der Putz, sondern auch das Mauerwerk des Gebäudes aus dem Jahr 1876 ist an einigen Stellen schadhaft. „Es liegt vermutlich daran, dass Haldensleben nicht den besten Baugrund hat“, erläutert Sven Brack. In Abhängigkeit vom Grundwasserspiegel hebe und senke sich das Erdreich. Diese Bewegungen hätten die Risse im Mauerwerk aller Voraussicht nach verursacht. „Aber das klingt schlimmer, als es ist“, so der Abteilungsleiter für Hoch- und Tiefbau. Wirklich schwere Schäden weise die Grundschule nicht auf.

Schulbetrieb läuft weiter

Die Fassadensanierung soll in zwei Bauabschnitten erfolgen. Um die Sommerferien 2019 zu nutzen, ging es auf der Hofseite des Gebäudes los. So soll der Schulbetrieb so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Anschließend wandern die Arbeiter einmal um das Haus herum. Wie Sven Brack informiert, bilden die Front und die Seite zum Alten Friedhof den zweiten Bauabschnitt. Unter anderem sollen auch die Fenster neu gestrichen und die Türen auf der Hofseite erneuert werden. Die Treppen vor diesen Türen sollen die Arbeiter ebenfalls sanieren. Die Vordertür der Boye-Schule steht laut Sven Brack unter Denkmalschutz. Sie wird aufgearbeitet.

Die Kosten für die komplette Sanierung werden derzeit auf rund 270.000 Euro geschätzt. Finanziell unterstützt wird die Stadt durch Fördermittel aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“. Die Summe liegt laut Sven Brack bei 123.300 Euro. Bis Ende 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bereits 2018 hatte die Stadt damit begonnen, den Speiseraum der Boye-Schule umzubauen. Wie Sven Brack mitteilt, wurde er im Mai 2019 wieder seiner Bestimmung übergeben.