Rätzlingen l Vor dem Start der 19. Grünkohltour verteilten Frauen des Rätzlinger Schützenvereins für die Damen sauren Pflaumenschnaps und für die Herren herbe Kräutertropfen.

Ralf-Peter Segeler, Vorsitzender des Schützenvereins, erklärte, dass die Tour ursprünglich über den neuen Damm gehen sollte, aber wegen der Bauarbeiten der Deutschen Bahn sei der Bahnübergang immer noch geschlossen. „Wir müssen einen Umweg über den Remmelberg und über den Bürgermeisterweg machen, um dann am Melkstand zu frühstücken“, blickte Segeler bei der Begrüßung voraus.

Stöcke als Selbstschutz

Schützenschwester Christa Still verkündete stolz: „Es sind heute 86 Leute. Beim Essen werden es noch einige mehr sein.“ Die Tour führte in den Drömling. Einige Herren hatten selbstgeschnitzte Stöcker dabei. „Die dienen als Gehhilfe und zur Abwehr, wenn wir von Wölfen angegriffen werden“, verrieten die Männer schmunzelnd.

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Beate Heisel zählte zu der wandernden Gesellschaft. „Ich stamme aus Rätzlingen. Bei einer Geburtstagsfeier vor neun Jahren habe ich meine Gäste – Kollegen aus der Druckerei in Schönebeck – mit zur Grünkohlwanderung genommen. Der Spaß war so groß, dass es nun Tradition geworden ist“, berichtete die Magdeburgerin. Und auch ihr Bruder hat gleich seinen Freundeskreis mit zum Wandern gebracht.

Jung und alt beim Wandern

Zu den jüngsten Teilnehmern gehörten der 14 Monate alte Jonte Staecker und die sieben Monate alte Elfrieda, die Vater Christian Klinzmann aus Magdeburg im Wickeltuch mit sich trug.

Der betagteste Wanderer war Ernst-Heinrich Sommermeier. Der 80-jährige Rätzlinger konnte noch locker den flotten Schritt mithalten. „Ich war vielleicht zwei Mal nicht bei der Tour dabei, aber sonst immer. Das Schöne an diesem Tag ist zum einen das Wandern, die Bewegung an der frischen Luft und zum anderen das gesellige Treffen“, beschrieb Sommermeier und ergänzte: „Natürlich lockt auch der vitaminreiche Grünkohl.“

Leckereien bei Grünkohltour

Der Vereinschef wartete mit seinem Fahrzeug und Anhänger am Bösdorfer Teich auf die Wanderer. Mit ein paar Handgriffen bauten die Schützen Tische und Bänke auf. So konnte die gut gelaunte Truppe eine zweite Pause zum „Tanken“ einlegen. Von Bösdorf aus ging es wieder zurück.

Am großen Tisch im Schützenhaus schmeckte das Grünkohlessen mit Bregenwurst doppelt so gut. Auf Wunsch der Kinder gab es auch Nudeln und Tomatensoße. Die letzten Gäste gingen spät am Abend nach Hause . Im nächsten Jahr wird es noch enger im Schützenheim, denn die Gäste versprachen, bei der 20. Tour wieder mitzuwandern und noch mehr Freunde mitzubringen.