Erxleben l Martin Luther hätte es wohl gefallen, wie sich die jungen Leute von heute mit seinem Leben beschäftigen. Eine Woche lang standen der Reformator und seine Verdienste bis in die Gegenwart im Mittelpunkt eines Mittelalterprojektes, das verschiedene Seiten der Geschichte beleuchtete und dabei so manches Thema anschnitt. Vielfältige Schwerpunkte hatten die Lehrer der Sekundarschule „Albert Niemann“ für ihre Schüler vorbereitet. Jeder Lehrer hatte überlegt, wie sein Fachgebiet sich einbringen könnte. Unter dem Strich stand ein abwechslungsreiches Projekt, das in altersgemischten Gruppen umgesetzt werden konnte.

Eine Woche lang forschten die Schüler der Ganztagsschule intensiv, besuchten das Universitäts-Museum in Helmstedt, Beschäftigten sich mit der Mode zu Zeiten Luthers, mit der Rolle der Frauen, lernten mit Federn schreiben, gestalteten eine Lutherpuppe, begaben sich per Rad auf die Spuren Luthers in und um Erxleben, färbten Glas, beschäftigten sich mit den Speisen zu Luthers Zeiten, der Wissenschaft und Luther und natürlich mit dem Reformator selbst.

Bibelmobil machte Station

Im eigens eingeladenen Bibelmobil, das in Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt angerollt kam, gab es viele interessante Aspekte zum Leben und Wirken zu Luthers Zeiten bis in die Gegenwart zu erfahren. Es stand nicht nur den Schülern, sondern am Nachmittag und Abend auch interessierten Bürgern und angemeldeten Gruppen aus der Umgebung auf dem Schulgelände zur Verfügung.

Bilder

Nach einer Woche intensiver Projektarbeit zum Thema Martin Luther gab es zum Abschluss ein großen Mittelalterfest. Dazu wurden die Freien Ostfälischen Ritter, zum Beispiel Abd al-Hikam al-Andalus (Diener der Weisheit aus Andalusien) und Magnus Ekkardson (Sohn des Ekkart) eingeladen. Sie vermittelten den Schülern eindrucksvoll Grundlagen des Schwertkampfes aus dem Mittelalter.

Schüler-Modenschau in historischen Kleidern

Schüler und Schülerinnen schlüpften in die Rolle von Models und begeisterten ihre Mitschüler in der Aula einer mittelalterlichen Modenschau. Danach konnten die Projektergebnisse, besonders die gestalteten Türen der verschiedenen Arbeitsgruppen, bestaunt werden. Die Türen wurden in Anlehnung an Luthers Thesenanschlag an die Türen der Schlosskirche zu Wittenberg für verschiedene Präsentationen genutzt und im Schulgebäude verteilt. Auch die Turnhalle blieb vom Mittelalterspektakel nicht verschont. Dort konnten die Schüler sich zum Beispiel in der Kunst des Bogenschießens versuchen.

Bei Stefan Briza von der Hoftöpferei Georgs Hof Uthmöden konnten sich die Schüler beim Töpfern aus probieren. „Die Schüler waren sehr interessiert und mit Spaß bei der Sache. Es war interessant zu beobachten, wie die Kinder altersgemischt trotzdem gut miteinander harmonierten“, freute sich der Töpfer und zeigte auf die Ergebnisse der Arbeit in Form von unterschiedlichen Gefäßen. Sie werden nun gebrannt und gehen dann als Erinnerung an die Schüler zurück.