Haldensleben l Ganz langsam steigt die 64 Tonnen schwere Lokomotive aus dem Laderaum auf. Sie hängt an einem Spezialkran, der hoch in den Haldensleber Himmel ragt. Das Brummen der Motoren lässt erahnen, welche Kräfte dabei im Spiel sind.

Insgesamt sieben Dieselloks sind vor Kurzem im Südhafen von einem auf mehrere Schiffe verteilt worden. Laut Eckhard Kurfeld, dem Geschäftsführer der Umschlags- und Handelsgesellschaft Haldensleben (UHH), stammen sie aus Saudi-Arabien. Über Bremerhaven kamen sie nach Haldensleben. Anschließend setzten sie ihre Reise nach Tschechien fort.

Seit Elbe-Niedrigwasser mehr Aufträge

Der Hintergrund des Zwischenstopps: Durch die Verteilung der Last auf mehrere Schiffe haben diese einen geringeren Tiefgang als ein Schiff, welches das komplette Gewicht tragen würde. So sind auch niedrigere Wasserstände bei der Weiterreise kein Problem.

Die Anwesenheit des Krans sagt dabei auch etwas über die Bedeutung des Haldensleber Hafens aus. Ursprünglich sollte er nämlich schon lange wieder verschwunden sein.

Der Koloss kann Lasten bis 600 Tonnen heben. Er wurde von einer Spezialfirma gemietet und befindet sich seit dem letzten August im Südhafen. Bis dahin wurden dort üblicherweise Massengüter wie Ton, Flussspat oder Düngemittel umgeschlagen. Dann kam der Umschlag von besonders schweren oder sperrigen Gütern hinzu. Auslöser waren die Probleme mit dem Niedrigwasser in der Elbe.

Kanal hat konstante Tiefe

Der Mittellandkanal hat als künstliche Wasserstraße eine konstante Tiefe. So verlagerten sich Aufträge nach Haldensleben. Mittlerweile ist das Niedrigwasser weg. Der Kran aber blieb. Wie Eckhard Kurfeld bestätigt, sollte er im Januar 2019 eigentlich die Heimreise antreten. „Aber wir haben schon mehrere Anfragen und weitere Projekte, die im Gespräch sind. Deshalb bleibt der Kran zumindest mittelfristig hier“, informiert der Geschäftsführer. Diese Entscheidung habe die UHH gemeinsam mit der Kran-Spezialfirma getroffen. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen aus der Nähe von Ulm.

Die Voraussetzungen seien günstig: Zum einen gebe es im Südhafen den Platz, der für den sogenannten Schwerlast- und Projektumschlag nötig ist. Auf der anderen Seite sei die Kai-Konstruktion den Herausforderungen durch das Gewicht des Krans und seiner Last gewachsen.

„Wir wollen dieses Jahr den Markt beobachten und schauen, wie er sich entwickelt“, so Eckhard Kurfeld. Grundsätzlich bestehe durchaus Interesse daran, das zusätzliche Geschäftsfeld auszubauen.