Rottmersleben l In Rottmersleben gibt es etwas, was sonst nur in New York oder Lauscha zu bewundern ist. Dabei handelt es sich um ein Kruzifix mit einer Jesusfigur aus Glas. Hergestellt hat die Figur ein Künstler aus Lauscha – und die gibt es bislang nur drei Mal in der Welt an den genannten Orten.

John Zinner ist einer der talentiertesten und einfallsreichsten Vertreter einer neuen Generation Lauschaer Glasgestalter. Er hat sich von traditionellen und eingefahrenen Vorstellungen gelöst und neue Techniken entwickelt. Eine seiner Auftragsarbeiten ist die Jesusfigur aus Glas. Das kunstvoll gestaltete Stück wurde von der in Lauscha wohnenden Tante Rottraud für ihren Neffen Adrian Paul Weitz in Auftrag gegeben. Der bekam die Figur als außergewöhnliches Geschenk zur Konfirmation im Jahr 2015 überreicht.

Allerdings hatte sich der Gemeinde-Kirchenrats-Vorsitzende des Kirchspiels Ackendorf/Rottmersleben, Hans-Eike Weitz, noch eine zusätzliche Überraschung einfallen lassen. Er schnitzte ein passendes Kreuz und verwandelte die einzelnen Teile in ein Kruzifix. „So gesehen ist das Ensemble weltweit einzigartig“, erzählt er beim Gespräch mit der Volksstimme. „Das Kruzifix hat ohne Frage einen hohen ideellen Wert.“

Enkel Adrian Paul sieht das genau so, daher hat er das gute Stück nicht einfach bei sich zu Hause behalten. Er spendete es der Kirchengemeinde. So können die Besucher von Gottesdiensten heute die Jesusfigur am Kreuz in dem Gotteshaus bewundern. „Ich denke, so etwas sollte öffentlich gezeigt werden“, sagt Weitz. Daher begrüßte er die Entscheidung seines Enkels sehr, das Unikat auszustellen.