Calvörde l „Es gab den Schlichtungsvorschlag für einen runden Tisch. Die Organisation zu diesem Zusammentreffen verlief eher unglücklich. Es waren vier Kritiker und zwei Befürworter anwesend“, resümierte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Wirtschafts- und Umweltausschusses der Gemeinde Calvörde.

Rückblick: Projektentwickler Enrico Wöhlbier aus Gardelegen hatte bei einer Informationsveranstaltung das Vorhaben vorstellt, auf einer rund 80 Hektar großen Fläche soll die Photovoltaikanlage entstehen. Etwa 42.000 Haushalte können im Jahr mit diesem Strom versorgt werden. Die Anlage soll an der höchsten Stelle 2,30 Meter hoch und deshalb problemlos hinter einer Hecke zu verstecken sein. Schon bei der Projektvorstellung entbrannte eine heftige Debatte über das Für und Wider. Die Gegner der Anlage hatten eine Unterschriftensammlung in Zobbenitz durchgeführt. Demnach seien 178 Einwohner gegen den Bau. Die Fürsprecher des Vorhabens zweifelten die Aussagekraft der Unterschriftensammlung an.

Bei der Zusammenkunft des Wirtschaftsausschusses im Oktober erklärte Enrico Wöhlbier unter anderem: „Aus Zobbenitz bläst uns ordentlich Wind entgegen, von Klüden haben wir hingegen positive Rückmeldungen bekommen, deshalb haben wir den Plan geändert und die Solaranlage in die Gemarkung Klüden versetzt. An der Gemarkungsgrenze zu Zobbenitz haben wir erst mal stopp gemacht.“ Wieder kamen Befürworter und Gegner zu Wort. Im Ergebnis wurde anvisiert, dass vier von jedem Interessenbereich am runden Tisch sitzen, um ihre Argumente auszutauschen.

Kompromiss gesucht

Wilfried Leberecht, Ortsteilbeauftragter in Klüden, kritisierte nun, dass nicht auch vier Befürworter am Tisch saßen. „Es war keine günstige Situation, aber es ging ja darum, eventuell die Kritiker zu einem Kompromiss zu bewegen. Die Befürworter mussten wir ja nicht überzeugen“, erklärte der Bürgermeister.

Die Gemeinde Calvörde hatte zuvor zugesichert, dass das Vorhaben nicht gegen den Willen der Bürger durchgesetzt werden soll. Inzwischen hatten die Solaranlagenbetreiber die geplante Anlage auf der Landkarte in die Gemarkung Klüden verschoben. „So lange es bei der ablehnenden Haltung der Kritiker, die auf 178 Unterschriften – das seien in etwa dreiviertel der wahlberechtigten Bürger – bleibt, steht der Gemeinderat zu seinem Wort. Das heißt, dass wir nicht gegen den Willen der Bürger entscheiden“, betonte Schliephake. Der Ort hat laut Statistik 280 Einwohner. Etwa 40 davon sind Kinder, die nicht wahlberechtigt sind.

In dem Gespräch konnte keine Kompromisslösung gefunden werden. „Deshalb liegt der Fokus aktuell bei der Gemarkung Klüden. Hier ist ein Planungsvorlauf nötig“, schilderte Schliephake. Dazu müsste – nach seinen Ausführungen – ein räumliches Energiekonzept erstellt werden. Erste Abstimmung zu diesem Konzept habe es bereits bei einer Beratung mit dem Planer und den Ortsteilbeaufttragten gegeben. Bei der nächsten Sitzung des Wirtschafts- und Umweltausschusses Anfang 2021 soll der erste Entwurf des Konzeptes vorgelegt werden.