Haldensleben l 2556 Quadratkilometer ist der Arbeitsplatz von Pfarrer Winfried Runge groß. 2556 Quadratkilometer, die zwischen Calvörde im Norden und Eichenbarleben im Süden, zwischen Weferlingen im Westen und Rogätz im Osten liegen. Auf dieser Fläche leben gut 2500 Menschen katholischen Glaubens, die im Gemeindeverbund Aller-Ohre St. Christophorus von Winfried Runge betreut werden.

Seit acht Jahren ist Pfarrer Runge für seine „Schäfchen“ verantwortlich, vorrangig in den sieben Gottesdienststellen. In dieser Zeit hat er hier vieles zu schätzen und zu lieben gelernt, weshalb ihm der Abschied nun auch schwer fällt. „Ich bedauere es wegzugehen. Mehr, als dass ich mich darüber freue“, gesteht der 52-Jährige. Er wird ab September die katholischen Pfarreien St. Mathilde Quedlinburg und St. Elisabeth Ballenstedt übernehmen.

Seinem Nachfolger hinterlässt er durchaus große Fußspuren. Die sieben vormals eigenständigen Gemeinden, die zu St. Christopherus gehören, untereinander zu vernetzen, ist sein Hauptanliegen gewesen. „Das war und ist eine Herausforderung“, meint der Pfarrer. Und besonders die Annährung der Katholiken aus Haldensleben und Althaldensleben ist ihm zu einer Herzensangelegenheit geworden. Erste kleine Erfolge habe es bereits gegeben, resümiert Runge. „Doch es ist noch ein zartes Pflänzchen, das weiter gehegt und gepflegt werden muss“, gibt er seinem Nachfolger mit auf den Weg.

Der wird es nicht einfacher haben als Winfried Runge, der aus Wernigerode nach Haldensleben kam. Denn dem Pfarrer standen in Althaldensleben noch Diakon Bernhard Neumann sowie dessen Frau Christine als pastorale Mitarbeiterin zur Seite. „Beide gehen aber jetzt in den Ruhestand“, sagt Runge.

Positive Entwicklung

Die Entwicklung des katholischen Seniorenheims St. Josefinum, der katholischen Kindertagesstätte St. Johannes und der katholischen Grundschule St. Hildegard – alle in Althaldensleben angesiedelt – hat er über die vergangenen Jahre verfolgt und begleitet. „Die Einrichtungen sind gut zusammengewachsen“, schätzt Pfarrer Runge ein. Auch die Gründung einer NGL-Shola – einer Singgemeinschaft, die sich dem Neuen Geistlichen Lied verschrieben hat – fällt in Runges Haldensleber Dienstzeit.

Vermissen wird Winfried Runge nach eigener Aussage das Ambiente in Althaldensleben mit dem Park. Dort habe er immer wieder Ruhe finden können – sozusagen direkt vor der Haustür. Bis zum 29. August, dem Tag seiner offiziellen Verabschiedung, wird er wohl noch gern so manches Stündchen dort verbringen, wenn es seine Zeit zulässt.

Und obwohl er gern in der Börde geblieben wäre, folgt der Pfarrer doch dem Ruf seines Bischofs. Der hat laut Runge aktuell eine große Umsetzungswelle im Bistum Magdeburg in Gang gesetzt, aus ganz weltlichen Gründen: Personalmangel. „Der Nachwuchs an Priestern ist ins Stocken geraten“, weiß Winfried Runge. Von den 44 Pfarreien im Bistum seien 10 derzeit ohne Pfarrer, berichtet er. Um hier wieder Planungssicherheit zu schaffen, würden daher rund 30 Pfarrer und pastorale Mitarbeiter im Bistum umgesetzt.

Runges Nachfolge wird Pfarrer Christian Kobert aus Magdeburg antreten. Er soll voraussichtlich am 6. September mit einem Gottesdienst in Glüsig in sein neues Amt eingeführt werden.