Haldensleben l Gut 26 Millionen Kilowattstunden Strom haben die Haldensleber Stadtwerke 2017 umweltfreundlich erzeugt. Den Hauptanteil daran tragen die 24 stadtwerkeeigenen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, auch KWK-Anlagen genannt. Diese kleinen und großen Kraftwerke erzeugen neben Wärme als „Abfallprodukt“ Strom.

Im vergangenen Jahr sind allein in diesen Blockheizkraftwerken rund 15,8 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt worden. „Mit diesen modernen Heizkraftwerken erzeugen wir schon heute etwa 8,6 Prozent der Netznutzung der Stadt Haldensleben. Die effiziente Technologie hilft deshalb gleichermaßen bei der Senkung der CO2-Emissionen und bei der Erhöhung des Wirkungsgrades“, macht Stadtwerke-Geschäftsführer Detlef Koch deutlich. „Wir setzen die Energiewende mit der dezentralen Energieerzeugung vor Ort um.“

8,6 Prozent Ökostrom

Für 2018 geht er von einer Steigerung der Stromproduktion in den KWK-Anlagen aus. Der Grund liegt auf der Hand – in der Bilanz für 2017 fehlt das Blockheizkraftwerk in Haldensleben III. Das war im vergangenen Jahr modernisiert worden. Die dort erzeugte Wärme wird ausschließlich von den beiden Ameos-Kliniken vor Ort abgenommen, der gewonnene Strom wird ins Netz eingespeist. Koch rechnet für dieses Jahr mit rund vier Millionen Kilowattstunden Strom, die vom „Ameos“-Kraftwerk erzeugt werden.

Neben den Blockheizkraftwerken setzen die Stadtwerke Haldensleben bei der Energieerzeugung auch auf Photovoltaik-Anlagen. So haben 2017 137 dieser Anlagen, die sich im Besitz von Privatpersonen und Unternehmen befinden, rund 2,2 Millionen Kilowattstunden grünen Strom in das Netz der Stadtwerke eingespeist. „Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwa 630 Haushalten mit jeweils etwa 3500 Kilowattstunden“, veranschaulicht Detlef Koch.

Vor zehn Jahren seien es gerade einmal acht Photovoltaik-Anlagen gewesen, blickt der Geschäftsführer zurück. „Durch die Ambitionen der Bundesregierung, den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu fördern, kam es zu einem gewaltigen Zuwachs“, führt er aus. Und ein weiteres Wachstum hält er nicht für ausgeschlossen. „Wir suchen immer nach geeigneten Flächen, auf denen wir selbst Photovoltaik-Anlagen aufstellen können“, zeigt sich Koch offen für Investitionen.

Pionierarbeit mit Brennstoffzellen-Einsatz

Aber auch Stromgewinnung per Windkraft ist in Haldensleben ein Thema. Zwei solcher Windkraftanlagen haben im vergangenen Jahr rund 7,9 Millionen Kilowattstunden Strom in das Stadtwerke-Netz eingespeist.

In diesem Zusammenhang kritisiert Detlef Koch allerdings den Stand der Regionalplanung. „Da seitens der Behörden noch immer kein verbindlicher Rahmen für mögliche Standorte für Windkraftanlagen vorliegt, wird es hier zunächst zu keinen Investitionen kommen“, macht er deutlich.

Dass der Haldensleber Energieversorger auch auf innovative Heizungssysteme setzt, zeigt der Einsatz einer Brennstoffzelle für das eigene Haus. „Hier sind wir in der Vorreiterrolle“, ist der Geschäftsführer mit der Teilnehme an einem bundesweiten Pilotprojekt stolz auf die Pionierarbeit vor Ort. Die mit Erdgas gespeiste Brennstoffzelle erzeugt neben Wärme und Strom auch Kälte. „In unserem Energie-Erlebnis-Raum besteht die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von den Erzeugungsanlagen zu machen und hautnah mitzuerleben, wie Energie erzeugt wird“, bietet Detlef Koch auch einen Blick hinter die Kulissen an.