Hundisburg l So sitzt er da, inmitten des Grün des Landschaftsparks Althaldensleben-Hundisburg. Bei sich hat Stefan Schwarzer einen Stuhl, einen Block und Kohle. Drei Monate lang wird der Stipendiat des Landes Sachsen-Anhalt seine Eindrücke vom Landschaftspark auf Papier bannen. Dabei war der Plan eigentlich ein ganz anderer.

„Vor dem Antritt des Stipendiums wollte ich mich künstlerisch mit der Geschichte des Schlosses auseinandersetzen und eine Art Zeitreise mit Bildern und Ansichten machen“, sagt Stefan Schwarzer. Als er das Weinberghaus, sein neues Zuhause auf Zeit, bezog und die Gegend erkundete, sah er den „wunderschönen“ Landschaftspark und überwarf seine Pläne. Dabei hat sich der 35-Jährige, der an der Burg Giebichenstein in Halle Bildende Kunst studiert hat, bereits von vielen Ländern künstlerisch inspirieren lassen. Kuba, Indien oder auch Armenien hat er bereits besucht und seine Eindrücke auf Papier gebannt.

Nun hat er sich „komplett in die Bäume und den Park verliebt“, wie Stefan Schwarzer sagt. Stundenlang streift er durch das Grüne und zeichnet. „Für mich ist das ganz intensiv, die Natur so zu studieren“, erklärt er. Er habe sich über die Veränderungen des Parks in der Geschichte belesen. Er freue sich schon auf die kommenden Wochen, wenn auch die Jahreszeiten die Natur vor seiner Haustür verändert.

Kohle oder Kreide

Vorrangig arbeitet der 35-Jährige mit Kohle oder Pastellkreide und Buntstiften. Seine Werke sind von Auflösung und Konzentration geprägt, sind mal hell und klar und mal dunkel und verwaschen, mal schwarz-weiß und mal bunt. „Zwischen Auflösung und barocker Fülle“ nennt der Künstler das selbst. „Es ist schwierig, Bäume zu zeichnen. Mir geht es darum, dass ich ausdrücken kann, was ich sehe“, so Schwarzer.

Damit Interessierte sehen, was der Stipendiat so treibt, würde er zum Ende im Laufe seines Aufenthaltes in Hundisburg gern Führungen organisieren. Dort sollen die Menschen den Ort der Zeichnung als auch die Zeichung selbst sehen. „Vielleicht können einige auch Altbekanntes mit anderen Augen betrachten“, sagt Stefan Schwarzer.

Wer den jungen Mann mit den braunen Augen künftig im Landschaftspark antrifft, sollte sich nicht scheuen, mit ihm ins Gespräch zu kommen – eher im Gegenteil. „Ich bin nicht hier, um etwas zu nehmen, sondern von den Leuten etwas zu lernen“, so der Künstler.