Calvörde l Eine Liste mit Vorschlägen für Maßnahmen im Rahmen des vereinfachten Flurbereinigungsverfahrens „Calvörder Drömling“ lag auf dem Tisch bei der Beratung der Mitglieder des Bauausschusses der Gemeinde Calvörde.

Der Naturpark Drömling entwickelte sich in einem langjährigen Prozess zum Biosphärenreservat. Auf dem Weg gab es Interessenkonflikte zwischen Naturschützern und Landwirten. Die vernässten Flächen erschwerten den Bauern ihre Arbeit. Zur Umsetzung der wasserrechtlichen Verfahren und Maßnahmen für die Vernässung von Teilgebieten wurden im Drömling bereits 2006 vier vereinfachte Flurbereinigungsverfahren eingeleitet. Das sind Verfahren, die neben dem Areal „Calvörder Drömling“, der „Solpker Wiesengraben“, der „Norddrömling“ und der „Bösdorf-Rätzlinger Drömling“ betreffen. Es ist eine Fläche von insgesamt 6 500 Hektar. Zur Auflösung der Eigentums- und Nutzungskonflikte wurden zum Beispiel Flächen getauscht.

Flächen zusammenlegen

Das vereinfachte Flurbereinigungsverfahren dient auch dem Ausbau des Wegenetzes und einer sinnvollen Zusammenlegung der Nutzflächen, um eine nachhaltige Verbesserung der Arbeits- und Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft zu erreichen.

Für den Bauausschuss der Gemeinde Calvörde galt es nun, Prioritäten für die Wegebaumaßnahmen zu setzen und dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Altmark Vorschläge zu unterbreiten. „Das vereinfachte Verfahren findet schon seit Jahren statt. Manche Maßnahmen wurden bereits erledigt. Es sind einige ländliche Wege entstanden“, sagte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliep- hake (CDU).

Erst im Juni diesen Jahres wurde die Sponstegbrücke, die bei Calvörde über die Ohre führt, nach einer zehnmonatigen Bauphase fertig. Die Überführung darf nur von Landmaschinen, Radlern und Fußgängern genutzt werden. Öffentlicher Pkw-Verkehr ist auf landwirtschaftlichen Wegen untersagt.

Willkommener Nebeneffekt

Die Nutzung der Wege für den Tourismus und im Besonderen für Calvörde als Tor zum Drömling sei – nach den Ausführungen von Schliephake – ein willkommener Nebeneffekt. Der nächste Fördertopf für den ländlichen Wegebau im Drömling werde ab 2022 geöffnet. „Im Bereich Calvörde handelt es sich beim Wegeausbau um eine Investition von 405 000 Euro. Die Gemeinde zahlt zehn Prozent Eigenanteil. Das sind auch 40 500 Euro, die in Jahresscheiben aufzubringen sind“, sagte der Bürgermeister.

Brücke ist Projekt von Calvörde und Gardelege

Neben den Wegen spielt die Brücke in Kämkerhorst eine Rolle. Die Ohrebrücke liegt genau auf der Grenze der Gemeinde Calvörde und der Stadt Gardelegen. Es soll ein gemeinsames Vorhaben werden. Die Kosten sollen halbiert werden. Der zehnprozentige Eigenanteil der beiden Kommunen läge jeweils bei 37 500 Euro. „Insgesamt sind wir für Wegebau und Brückenbau bei einer Summe von fast 80 000 Euro. Das ist schon eine Hausnummer“, blickte Schliephake voraus.

Volker Preetz (UWG), Vorsitzender des Bauausschusses, berichtete, dass er im Vorfeld schon einige Wege abgefahren sei. „Der geschotterte Weg von Mannhausen bis an die Kanalbrücke ist in einem katastrophalen Zustand“, beschrieb Preetz. Der etwa 350 Meter lange Weg müsse – seiner Ansicht nach – dringend saniert werden, denn hinter der Kanalbrücke beginnt eine Spurbahn bis in den Drömling. Der Weg sei das fehlende Teilstück. Per Handzeichen bekam dieser Weg einstimmig von den Ausschussmitgliedern die oberste Priorität.

Auf Platz zwei kam der 250 Meter lange Abschnitt von der Sponstegbrücke zur Landesstraße 25. Etwa 450 Meter des Weges in Piplockenburg, der über die Brücke gleich hinter der Gaststätte Germer in Richtung Etingen bis zur Auffahrt des Betriebsweges zum Mittellandkanal geht, kam auf den dritten Platz.

In schlechtem Zustand

Den Weg von der Sponstegbrücke, parallel zur Ohre nach Kämkerhorst, sei ebenfalls in einem sehr schlechten Zustand. Preetz berichtete von einer Radtour und sagt: „Der Weg ist sehr sandig und muss auch für landwirtschaftliche Fahrzeug befestigt werden.“ Er schlug vor, den 900 Meter langen Weg von der Sponstegbrücke parallel zur Ohre in Richtung Kämkerhorst und die Biegung (etwa 270 Meter) zu den Elsebecker Moordämmen auf den vierten Rang zu setzen. Nach einem Rad- und Wegeplan gäbe es den Vorschlag von Biosphärenreservatsleiter Fred Braumann, an den Moordämmen einen Aussichtsturm aufzustellen.

Hubertus Nitzschke (UWG) ergänzte, dass der Weg entlang der Ohre nicht nur kaputt gefahren sei, sondern dringend auch die Bäume und Büsche beschnitten werden müssen, um den Weg zum Deutschen Eck passierbar zu machen. Das sei – seiner Ansicht nach – die Pflichtaufgabe der Biosphärenreservatsverwaltung.

Thomas Lange (Die Grünen; Fraktion Kultur, Umwelt und Soziales) machte darauf aufmerksam, dass auch der marode Weg von Mannhausen in Richtung Keindorf als Lückenschluss überaus wichtig sei. Schliephake schlug vor, von den Bauamtsmitarbeitern prüfen zu lassen, ob auch dieser Weg auf die Prioritätenliste gesetzt werden kann.