Erxleben l Zu einem Fest der Kulturen avancierte der Tag der offenen Tür im Erxleber Schloss. Unter dem Motto „Sharing heritage - sharing work - sharing community“ hatten sich schon zur Auftaktveranstaltung zahlreiche Gäste in der ehemaligen Bibliothek des Schlosses eingefunden. Im mühevoller Kleinarbeit wurden etliche der Jahrzehnte leerstehenden Räume hergerichtet, um Einblicke in historische Architekturen und Kulturen zu geben.

Wochenlange Vorbereitung

Wochenlang hatte das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg als Ausrichter gemeinsam mit internationalen Studenten, Flüchtlingen, Schülern und Bürgern den Europäischen Kulturerbetag vorbereitet.

In seinem Grußwort nach der Eröffnung durch Bürgermeister Gerhard Jacobs und Geschäftsführerin Claudia Hennrich vom Fachwerkzentrum würdigte Wolfgang Beck, Abteilungsleiter im Landes-Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration das Geschaffene: „Wir wissen alle, dass Migration und Zuwanderung Veränderungen mit sich bringt, aber es ist auch eine Chance, wie wir hier heute sehen können.“

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Viele würden an der Integration in Arbeit mitwirken. Den Grundstein allerdings legten Sprachkenntnisse, Qualifikationen und Zeugnisse, und das sei nicht so einfach, räumte Wolfgang Beck ein. In den vergangenen drei Jahren sei es jedoch gelungen, 3000 Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund in Arbeit zu integrieren. 300 junge Menschen konnten eine Berufsausbildung beginnen. Natürlich sei das noch ausbaufähig, aber ein Anfang.

Integration als wichtiger Faktor

Nur gemeinsam seien solche Aktivitäten und Aufgaben zu meistern, sagte Ursula Schirmer von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Mehrfach waren zur Sicherung des Schlossanlagen seit 1990 bereits Mittel aus dem Denkmalschutz nach Erxleben geflossen. Das Deutlichmachen alter und neuer Wege, das Erhalten von Altem bei gleichzeitig neuem Schaffen, dafür stünde dieses Projekt wie auch die Stiftung, lobte sie das Fachwerkzentrum, dem es gelungen sei, Kultur grenzüberschreitend zu verbinden.

Schnell könnten Werte verschwinden, aber auch mit Anstrengung und neuen Aspekten wertschöpfend wieder entstehen, sagte Harald Garrecht, der Präsident der Wissenschaftlich-technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege (WTA). Dieser Spagat sei im Schloss Erxleben bislang sehr gelungen. Heute sei das Schloss international sichtbar, ein Verdienst zahlreicher Akteure wie des Fachwerkzentrums, aber auch der Vereine und Aktiven vor Ort.

Nach einem gelungenen Kulturprogramm konnten sich die Besucher den ganzen Tag lang von alternativen Restaurierungsarbeiten inspirieren lassen, konnten historische Wohnräume und vergleichbare Orte aus mehreren Ländern der Erde kennenlernen und sich selbst einmal im ressourcenschonenden Sanierung und Bauen versuchen.