Satuelle l Die Zahl freilaufender Katzen hat zugenommen. Das sagt Kathrin Behrends, die Leiterin des Tierheims Satuelle. „Es werden einfach immer mehr“, betont die Tierschützerin. Mittlerweile würden zwischen 150 und 300 Katzen jährlich in ihrem Tierheim kastriert. Vor einigen Jahren seien es noch 40 bis 50 Katzen im Jahr gewesen, berichtet sie.

Dem Tierheim entstehen dadurch Kosten. Laut Behrends zahlt der Tierschutzverein, der das Tierheim betreibt, zwar deutlich weniger als Hauskatzenbesitzer, wenn sie Katzen zur Kastration zum Tierarzt bringen. Dennoch würden ihnen nur wegen der Katzen-Kastration Kosten von bis zu 8000 Euro jährlich entstehen, sagt Behrends.

Katzen vermehren sich schnell

Wenn Katzen nicht kastriert sind, vermehren sie sich sehr schnell. So kann eine freilaufende Katzenmutter unter Umständen mehrmals im Jahr zwischen vier und sechs Junge werfen. So dauert es nicht lange, bis sich eine Population vervielfacht.

Auch der Deutsche Tierschutzbund geht davon aus, dass sich die Zahl der freilaufenden Katzen erhöht hat. Noch vor zwei Jahren waren es laut einer Schätzung etwa 200.000 in Sachsen-Anhalt. Mittlerweile sollen es nach Angaben des Landestierschutzbundes Sachsen-Anhalt mehr geworden sein. Neue Zahlen nennt der Tierschutzbund allerdings nicht.

Unterstützung könnte der Tierschutzverein Satuelle bald vom Land bekommen. Die Landesregierung hatte kürzlich in Aussicht gestellt, die Vereine bei der Kastration mit rund 75.000 Euro jährlich in den kommenden beiden Jahren zu unterstützen. Allerdings ist der Doppelhaushalt für diese beiden Jahre noch nicht beschlossen.

120 Katzen im Tierheim

Behrends begrüßt die Pläne zur Unterstützung der Vereine. Die Katzen-Kastration, so betont sie, sei die Hauptaufgabe im Tierheim zwischen den Monaten Mai und Dezember. Die Katzen würden dann an einem bestimmten Tag zum Tierarzt gefahren, kastriert und daraufhin fünf bis zehn Tage gepflegt. Aktuell beherberge das Tierheim 120 Katzen.

Ein Ausbau der Kapazitäten auf dem Gelände sei nicht möglich, sagt Behrends. Für freilaufende Katzen gebe es auf dem Gelände des Tierheims die sogenannte „Bushaltestelle“, ein Areal, auf dem sich freilaufende Katzen aufhalten können und etwas zu fressen bekommen. Chancen auf eine Vermittlung hätten viele dieser Tiere nicht, berichtet sie. Sie seien an ein Leben in Freiheit gewöhnt.

Das Tierheim finanziert sich laut Behrends zur Hälfte durch Abgaben mehrerer Gemeinden des Landkreises. Die andere Hälfte seien unter anderem Spenden und Erbschaften.