Typisierungsaktionen in Haldensleben, Wolmirstedt und Oschersleben für an Blutkrebs erkrankten 15-Jährigen

Nach einem plötzlichen Zusammenbruch erhält Rene Splettstößer die Diagnose Leukämie. Das war im Mai 2021. Nun wird nach einem genetischen Zwilling gesucht, der ihm mit einer Stammzellenspende das Leben retten kann. Doch die Zeit drängt.

Bei dem 15-jährigen Rene Splettstößer aus Meitzendorf wurde vor zwei Monaten Blutkrebs diagnostiziert.
Bei dem 15-jährigen Rene Splettstößer aus Meitzendorf wurde vor zwei Monaten Blutkrebs diagnostiziert. Fotoquelle: Alexandra Witzorke

Haldensleben - Der Wolmirstedter Verein „Blaue Nase hilft“ hat sich dafür eingesetzt, Typisierungsaktionen zu starten. Dabei können Personen zwischen 17 und 55 Jahren einen Wangenabstrich per Wattestäbchen machen und sich damit als Knochenmarkspender listen lassen. Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto größer sind die Überlebenschancen für Rene.

Vereinschef Roger Altenburg rannte mit seiner Anfrage bei Landrat Martin Stichnoth (CDU), der Ehrenmitglied des Vereins ist, offene Türen ein. Kurzfristig wurde organisiert, dass der Verein „Blaue Nasen hilft“ ab Montag am Haldensleber Impfzentrum zugegen ist. An einem Stand können sich Interessierte während der Öffnungszeiten des Impfzentrums informieren und typisieren lassen. „Es ist eine schöne, gemeinschaftliche Aktion unter Nachbarn“, sagt Roger Altenburg.

Impfaktionen werden mit Typisierung verbunden

Doch nicht nur in Haldensleben, auch in Oschersleben und Wolmirstedt wird die Typisierungsaktion stattfinden. Dies wird mit Impfaktionen verbunden. Der Impfbus steht am 11. August von 15 bis 19 Uhr bei Kaufland, Lüneburger Straße 1 in Oschersleben und einen Tag später zur gleichen Uhrzeit auf dem Edeka-Parkplatz in der Rogätzer Straße 22 in Wolmirstedt.

Zwei Chemotherapien hat Rene Splettstößer seit der Diagnose schon hinter sich. Für den 15-Jährigen ist klar, dass es eine Zukunft gibt. Im Gespräch mit der Volksstimme sagt er, dass er mit seiner Familie im kommenden Jahr nach Dänemark in den Urlaub fahren möchte. Doch wenn kein Spender gefunden wird, wird Rene sterben.

Familie klammert sich an jeden Strohhalm

Zwei Chemotherapien stehen bis Anfang Oktober 2021 noch auf dem Plan, danach muss eine Transplantation von Stammzellen stattfinden. Ansonsten können die Ärzte nichts mehr für ihn tun. Seine Mutter Alexandra Witzorke ist dankbar für die Unterstützung, die sie von vielen Seiten erhält. „Rene übersteht das alles mit einer unfassbaren Kraft. Wir klammern uns an jeden Strohhalm“, sagt sie.

Kommt ein Mensch als Spender infrage, lädt die DKMS zu einem Gespräch ein. In 80 Prozent der Fälle werden die Stammzellen aus der Blutbahn entnommen. Meist können die Spender das Entnahmezentrum am gleichen Tag verlassen. Bei einer andere Methode wird dem Spender unter Vollnarkose mit einer Punktionsnadel aus dem Beckenkamm Knochenmark entnommen.

Die Typisierungsaktionen vom Verein „Blaue Nasen hilft“ sollen auch auf die Landkreise Jerichower Land und Stendal ausgeweitet werden – und vielleicht wird dort der genetische Zwillinge gefunden.