Wegenstedt l „Auf unserem Schulhof wurde randaliert. Den schweren Betonmülleimer und einen großen Blumentopf haben Unbekannte einfach die Treppe runter geworfen. Dabei sind auch einige Stufen kaputtgegangen. Die Pflanzen lagen überall herum. Außerdem haben sie die Steine aus der Spirale, die wir bemalt hatten, weggeworfen“, beschrieb Otto Bühnemann aus der vierten Klasse am Mittwochmorgen in der Grundschule „Am Wald“ in Wegenstedt. „Beim Kriechtunnel wurden die Weiden einfach raus gerissen. Und kaputte Bierflaschen lagen herum“, ergänzte sein Mitschüler Noah Müller.

Verwüstet hatten die Randalierer das Gelände in der Freitagnacht. „Entdeckt haben wir das alles am Sonnabendmorgen. Rudi Krökel hat es von der Straße aus als erster gesehen“, berichtete Lehrerin Heike Gruzska, die am Sonnabend die ersten Fotos von den Schäden gemacht hatte. Eine Anzeige wurde bei der Polizei erstattet.

Doch es kam noch schlimmer. Am Dienstagmorgen war der Schaden noch viel größer. „Meine Oma Sigrid hatte die Blumen für den großen Topf gespendet. Die Blume wurde raus gerissen und ist jetzt sicher erfroren“, sagte Orelie Dreyer verärgert. „Es müssen mehrere Täter sein, allein könnte man die schweren Kübel gar nicht tragen“, meinte Noah. „Wir haben den ganzen Sommer so viel Arbeit in den Kriechtunnel rein gesteckt. Weil der Sommer so heiß war, haben wir die Pflanzen in jeder Pause gegossen“, erinnerte sich Sören Ahlfeld. Einig sind sich die Kinder, dass die Randalierer den Schaden bezahlen und eigenhändig beheben müssen.

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Gemeinsam mit ihrer Tochter Helene hatte Ina Köhn – nach dem die Polizei da war – aufgeräumt und die gröbsten Schäden beseitigt. Matilde Gödicke und Orelie Dreyer erzählten: „Wir haben schon einen Brief als Dankeschön an Frau Köhn geschrieben.“ Ina Köhn ist nicht nur eine engagierte Mutter, sondern die Wegenstedterin war die Initiatorin der Aktionen zur Verschönerung des Geländes. An mehreren Wochenenden schufteten Eltern, Pädagogen, Unternehmer, Mitarbeiter der Naturparkverwaltung Drömling und Kinder Seite an Seite, um die vielen erlebnisreichen Spielgelegenheiten zu schaffen. Sogar das Fernsehen war bei einer der Aktionen dabei.

Um so größer war nun der Frust, dass das Gelände am Dienstagmorgen wieder verwüstet war. Polizeibeamte suchten nach Spuren und werteten die Fotos von den Tatorten aus.

Große Sorge

Groß ist die Sorge der Schüler, dass die Randalierer wieder kommen. „Unsere Kinder sind entsetzt und enttäuscht. Meine Erstklässler musste ich beruhigen, weil sie Angst haben, dass die Randalierer auch am Tage kommen“, berichtete Lehrerin Sabine Brestrich-Keiner.

„Wir haben die beste Schule der Welt, denn sie steht mitten in der Natur. Wir können draußen rumtoben“, sagte Sophie Oelze. „Jetzt sind wir wütend. Das ist unsere Schule. Hier darf niemand randalieren“, sind sich die Viertklässler einig.

Auch Schulleiter Lutz Handschuh ist empört. „Eigentlich war es immer der Charakter der Schule, dass der Sportplatz und die Spielflächen auch nach Unterrichtsschluss öffentlich genutzt werden. Jetzt müssen wir schauen, wie wir das regeln“, erklärte Handschuh. „Im Sommer spielen wir oft am Wochenende auf dem Sportplatz Volleyball“, sagte Rudi Krökel. „Dafür ist der Platz ja auch gedacht. Da ist nichts falsches dran“, betonte Heike Gruzska.

Vorgenommen haben sich die Kinder der Schule, besonders wachsam zu sein. Mika Göbecke erzählte, dass er mit seinen Freunden am Dienstagabend unterwegs war und auffällige Personen beobachtet und sofort seinen Vater alarmiert hatte. Gemeinsam schauten sie nach dem Rechten.

Joachim Albrecht, Pressesprecher im Polizeirevier Börde, erklärte: „Der Schaden beläuft sich auf etwa 500 Euro. Wir hoffen auf Augenzeugen.“ Wer etwas Auffälliges beobachtet hat, sollte sich unter Telefon 03904/47 80 im Polizeirevier Haldensleben melden.