Süplingen l In Süplingen und Bodendorf wird es künftig sogenannte „Smiley-Tafeln“ geben. Damit sind LED-Anzeigetafeln gemeint, die auf die Geschwindigkeit von Autofahrern reagieren. Fährt ein Verkehrsteilnehmer innerhalb der erlaubten Höchstgeschwindigkeit durch den Ort, lächelt der Smiley. Bei Rasern, die oberhalb der erlaubten Grenze fahren, reagiert der Smiley mit einem traurigen Gesicht.

Dass die Haldensleber Stadtverwaltung solche Tafeln in den beiden Ortsteilen installieren möchte, kommt nicht von ungefähr. Denn schon lange laufen Anwohner und Ortschaftsräte dagegen Sturm, dass die Hauptstraßen ihrer Dörfer Autofahrer geradezu zum Rasen einladen.

Situation hat sich verschärft

Besonders nach der Sanierung der Ortsdurchfahrten in Süplingen und Bodendorf habe sich die Situation noch verschärft, heißt es von besorgten Einwohnern. So blieb das Problem auch der Stadtverwaltung nicht verborgen. „Die Ortseinfahrten nach Süplingen – egal von welcher Seite – sind gerade verlaufende, gut einsehbare Strecken. Das lädt einige Verkehrsteilnehmer offenbar zum Schnellfahren ein. Genauso verhält es sich mit dem Ortseingang in Bodendorf von der Süplinger Seite aus gesehen. Auf der anderen Seite gibt es eine Kurve, die Fahrzeugführer zum Bremsen zwingt“, sagt auch Haldenslebens Bauamtsleiter Holger Waldmann.

Auf Anregung der Süplinger hin hatte die Stadtverwaltung Bereits Anfang September eine Geschwindigkeitsüberprüfung außerhalb der regulären Kontrollen veranlasst. Dafür lieh sich die Stadt extra ein Messgerät der Verkehrswacht aus. Dabei seien laut Holger Waldmann etliche Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden – einige Autofahrer seien sogar extrem über dem Tempolimit unterwegs gewesen.

Keine baulichen Veränderungen

Da die Stadt Haldensleben nicht Eigentümer der Straßen ist, sondern das Land Sachsen-Anhalt, darf sie auf die „Raserei“ nicht mit baulichen Veränderungen auf dem Straßenkörper reagieren. Dass die Stadt Verkehrsinseln, Zebrastreifen oder Ampeln baue, sei deshalb laut Holger Waldmann nicht möglich. Einzige Möglichkeit sei daher die Errichtung von Geschwindigkeitstafeln auf den Gehwegen, erklärt der Bauamtsleiter.

Obwohl solche Installationen Verkehrsteilnehmer nicht zum Bremsen zwingen, hätten Studien aber ergeben, dass sie Fahrzeugführern ihr Verhalten doch vor Augen führen und gute Ergebnisse beim Vermindern von Geschwindigkeitsüberschreitungen erzielen können.

Tafeln werden 2020 aufgestellt

Die Stadt Haldensleben muss die Kosten für die Anzeigetafeln selber tragen. Mit unter 2000 Euro pro Tafel halten sich die Kosten laut Holger Waldmann aber in Grenzen. Wie der Bauamtsleiter sagt, werden die LED-Anzeigen im ersten oder zweiten Quartal 2020 installiert.

Die Süplinger Ortsräte freuen sich zwar über die von der Stadt geplante Maßnahme, wollen aber noch einen Schritt weiter gehen. So hatte die AfD den Antrag gestellt, die Stadt dazu zu verpflichten, beim Land als Straßenbaulastträger zusätzlich Verkehrsberuhigungsmaßnahmen zu beantragen.

Offen bleibt in dem Antrag, wie genau der Verkehr beruhigt werden soll. Die Idee kam dennoch gut an im Hauptausschuss, der sich am Donnerstagabend zur Sitzung getroffen hatte.

Das Gremium stimmte einstimmig für den Vorschlag, den Verkehr auch mit baulichen Maßnahmen zu beruhigen. Wenn am kommenden Donnerstag auch der Stadtrat zustimmt, werden diese beim Land beantragt.