Haldensleben l Ende des Jahres soll die Verwaltungsspitze im Landratsamt Haldensleben komplett sein. Landrat Martin Stichnoth (CDU) hat für das derzeit noch verwaiste Dezernat 3 einen Chef gefunden. Es ist Dirk Michelmann, der in der Kreisverwaltung Harz Fachbereichsleiter - so heißen dort die Dezernenten – für Strategie und Steuerung ist. Dazu gehören Wirtschaftsförderung, aber auch Tourismus-, Kultur- und Regionalentwicklung.

In der Börde ist Michelmanns Aufgabengebiet deutlich vielfältiger. Zu seinem künftigen Aufgabenbereich gehören die Ämter für Migration, Bildung und Kultur, sowie das Sozial- und das Kulturamt. Damit kehrt der 52-Jährige zu seinen beruflichen Wurzeln zurück. Ehe er in die Harzer Kreisverwaltung wechselte, war Michelmann Leiter der Kommunalen Beschäftigungsagentur Harz, also Chef der Hartz-IV-Behörde des Nachbarkreises.

Kampf ums Landratsamt verloren

Diesen Posten verließ er im Sommer 2014 mit seinem Wechsel ins Halberstädter Landratsamt. Dorthin berufen hatte ihn ausgerechnet CDU-Landrat Martin Skiebe. Gegen diesen war Sozialdemokrat Michelmann im Herbst 2013 angetreten, hatte aber die Wahl um den Chefposten in der Kreisverwaltung verloren.

Der Wechsel in die Börde sei allein aus fachlichen Gründen erfolgt, sagte Michelmann gestern, seine letztlich erfolglose Landratskandidatur habe für ihn dabei keine Rolle gespielt. Auf die Frage, ob er künftig in der Börde verstärkt als SPD-Mann auftreten werde, hielt er sich gegenüber der Volksstimme bedeckt: „Der Wechsel war nicht politisch motiviert.“ In die SPD trat Michelmann kurz vor seiner Landratskandidatur ein. Vorher war er passives Mitglied bei den Grünen gewesen. Diese habe er aus Enttäuschung über deren Landespolitik verlassen, sagte damals im Zeitungsinterview.

Lehre als Bergbaumaschinist

Dirk Michelmann stammt aus Aschersleben. Er absolvierte eine Ausbildung zum Bergbaumaschinisten, studierte Erziehungswissenschaften in Halle und war in den Verwaltungen der Altkreise Quedlinburg und Wernigerode im Sozial-und Jugendbereich tätig, ehe er die Hartz-IV-Behörde übernahm.

Dass er den Posten im Haldensleber Landratsamt bekommt, weiß Michelmann seit 15. Mai. In nichtöffentlicher Sitzung hatte er sich Kreisausschuss und Kreistag vorgestellt und offenbar überzeugt: Im Einvernehmen mit Landrat Stichnoth sei Michelmann die Aufgabe übertragen worden, sagte Kreissprecher Uwe Baumgart gestern.

Michelmanns bevorstehender Wechsel ist weder in der Börde noch im Harz bislang an die große Glocke gehängt worden, zunächst müssen wohl erst die Modalitäten seines Ausstiegs aus der Halberstädter Kreisverwaltung geklärt werden. Deshalb ist auch noch nicht klar, wann er in Haldensleben seine Arbeit aufnimmt. Eines wusste Michelmann, der in Wernigerode lebt, gestern aber bereits sicher: Wohnen wird er künftig in der Börde.