Coronavirus

Warten auf die Masken-Coupons

Für Risikogruppen gibt es Gutscheine für FFP2-Masken. Einige Coupons kommen später als andere. Wie läuft es in Haldensleben?

Von Theresa Schiffl

Haldensleben l Vor allem Senioren und chronisch Kranke sollen die Coupons für die verbilligten FFP2-Masken erhalten. Dennoch müssen die Versicherten vereinzelt auf ihren Brief warten. Das ist nicht nur den Betroffenen, sondern auch den Mitarbeitern der Roland Apotheke aufgefallen. Woran liegt das und wie geht es den Betroffenen damit?

In drei Wellen sollen die Gutscheine von der Bundesdruckerei an die Krankenkassen geliefert werden. Jeder Berechtigte erhält zwei Gutscheine für jeweils sechs Masken. Diese könnten in zwei Zeiträumen, einmal bis zum 28. Februar und schließlich vom 16. Februar bis 15. April, eingelöst werden. Die Versicherten wurden in drei Gruppen unterteilt: Als Erstes haben Personen ab 75 Jahren ihre Gutscheine zugeschickt bekommen. Darauf folgten Menschen im Alter zwischen 70 und 74 Jahren sowie Risiko-Patienten und schließlich in der dritten Welle die 60- bis 69-Jährigen. Die Gutscheine können dann in den Apotheken mit einer Eigenbeteiligung von zwei Euro eingelöst werden.

Dennoch läuft es eher zögerlich beim Einlösen der Gutscheine. Das ist aktuell auch bei den Mitarbeitern der Haldensleber Roland Apotheke oft ein Thema in Kundengesprächen, berichtet Andrea Rusche. Am 14. Januar sei der erste Gutschein für die Masken in der Apotheke eingelöst worden, so die pharmazeutisch-technische Assistentin.

Die ersten Gutscheine seien von Versicherten der DAK eingelöst worden, erzählt Rusche. Dann wurden auch Gutscheine, die von der Innungskasse, der Barmer sowie von einigen Privatkassen versandt wurden, abgegeben. Nur Versicherte der AOK mussten sehr lange warten, was die Kunden sehr unzufrieden stimme, so Andrea Rusche. „Es geht langsam los, aber immer noch schleppend“, meint sie.

Viele würden sich jetzt zur Überbrückung selbst Masken kaufen. Dennoch habe sie festgestellt, dass die Kunden sehr gut über den Ablauf der Gutschein-Aktion und die Priorisierung beim Versand informiert gewesen seien. „Bei den kostenlosen Masken, die es im Dezember gab, hatten die Menschen viel mehr Fragen wie beispielsweise wann es losgeht oder ob sie überhaupt eine der Masken bekommen“, so Rusche. Bei der Ohre Apotheke und der Sonnenapotheke seien schon vermehrt Gutscheine eingelöst worden. Bei allen drei Haldensleber Apotheken seien genügend Masken vorhanden und es werde zu keinen Lieferengpässen kommen, beruhigen die Apotheken.

Ein Ehepaar vor der Roland Apotheke berichtet, dass sie ihre Masken schon bekommen hätten. Einige mussten jedoch länger warten. „Ich hatte meine Gutscheine am Freitag im Briefkasten. Die werde ich diese Woche noch einlösen“, erzählt eine Frau, die nicht namentlich erwähnt werden möchte.

Andere hingegen warten noch immer sehnsüchtig auf ihre Gutscheine für die FFP2-Masken. Davon seien auch einige der Bewohner von der Seniorenanlage der Volkssolidarität betroffen, weiß Servicemitarbeiterin Anett Damerau. „Ich habe stichprobenartig nachgefragt und die meisten sind bei der AOK versichert. Es waren aber alle sehr verständnisvoll und niemand hat gemeckert“, so Anett Damerau.

Warum mussten die Versicherten länger warten? Auf Anfrage der Volksstimme erklärte Pressesprecherin Anna-Kristina Mahler von der AOK Sachsen-Anhalt, dass es beim Druck der rund 400.000 Begleitbriefe für die Masken-Bezugsscheine zu einer Verzögerung beziehungsweise einem Fehler in der Postsortierung gekommen sei. „Statt nach den festgelegten Kriterien nach Alter und Risikogruppen, wurden die Briefe versehentlich nach Postleitzahlen sortiert und dann herausgeschickt,“ erklärt sie.

Die AOK hätte jedoch unverzüglich alle Versicherten über die Verzögerung informiert und ihnen zwei kostenfrei FFP2-Masken zugeschickt. Davon betroffen könnten auch einige der 30.000 Versicherten im Landkreis Börde sein. „Wie viele ihren Brief schon bekommen haben, können wir allerdings nicht auswerten“, erklärt Anna-Kristina Mahler.

Es sei für die Krankenkasse eine Herausforderung: „Wir schicken aktuell Briefe über unsere Beiträge raus. Das mussten wir zwischenzeitlich stoppen und natürlich müssen wir unseren anderen Verpflichtungen auch nachkommen.“ Dennoch könne sie beruhigen, dass die restlichen Gutscheine in dieser Woche in den Postkästen landen würden. Falls jemand doch noch keinen Brief mit Gutscheinen erhalten hätte, könnten sie sich telefonisch melden, erklärt Anna-Kristina Mahler.

Christopher Kissmann, Landessprecher der Barmer Landesvertretung Sachsen-Anhalt erklärte auf Anfrage, dass die Gutscheine für die letzte Gruppe am 26. Januar bei ihnen angekommen seien. „Auch diese Gutscheine sind bereits unterwegs zu den anspruchsberechtigten Versicherten“, so Kissmann. Bei der DAK sollten in dieser Woche ebenfalls die restlichen Gutscheine bei Versicherten ab 60 Jahren ankommen, erklärte Stefan Poetig von der Unternehmenskommunikation.