Schulneubau

Weferlinger Kinder können im Herbst die neue Grundschule übernehmen

Von Anett Roisch
Sabine Fischer (v.l.), Mitarbeiterin des Bauamtes, erläutert auf der Baustelle der Grundschule in Weferlingen für Jörg Lauenroth-Mago, Uta Bruns, Bogumila Jacksch und Christiane Schütrumpf die Bauzeichnungen. Foto: Anett Roisch

Weferlingen

Vor der Sitzung des Stadtrates trafen sich am Dienstagabend Mitglieder des Gremiums, Mitarbeiter der Einheitsgemeinde und Planer, um sich auf der Baustelle der Grundschule in Weferlingen ein Bild vom Stand der Arbeiten zu machen. Coronabedingt mit Mund- und Nasenschutz sowie in Gruppen aufgeteilt ging es durch die Räume des alten Schulhauses und durch die bereits vorhandenen Gebäudeteile des neuen Anbaus.

Rückblick: Seit dem Sommer 2019 gibt es den Fördermittelbescheid für die Sanierung der Grundschule Weferlingen in Höhe von 2,6 Millionen Euro durch sogenannte Stark-III-Mittel. Etwa 3,5 Millionen Euro kostet die Sanierung und der Anbau der Weferlinger Bildungseinrichtung. Der Baubeginn der Hauptmaßnahme war Ende März 2020. Die geringen Außentemperaturen und der Wintereinbruch hatten jedoch zu einer Bauunterbrechung und Verzögerung geführt. Seitens der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen als Träger der Bau- und Sanierungsmaßnahme kam es deshalb zu einer Anzeige der Bauunterbrechung beim Zuwendungsgeber, verbunden mit einer Verlängerung des Bewilligungszeitraumes.

Inzwischen laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Alle Abbrucharbeiten im alten Gebäudeteil sind abgeschlossen. In den Bestandsklassenzimmern wurden die neuen Fenster bereits eingebaut. „Auch der Durchbruch vom Kellergeschoss zum Foyer ist erfolgt“, erklärte Sabine Fischer, Mitarbeiterin des Bauamtes der Einheitsgemeinde. Alle neuen Türdurchbrüche zu den Klassenräumen seien hergestellt und verputzt worden. Auch im Neubau wurden die Rohbauarbeiten wieder aufgenommen.

Viel Grün bei Gestaltung des Schulhofes

Die favorisierte Variante der Außengestaltung soll mit viel Grün entstehen. Der Schulhof soll eine Treppenanlage mit zwölf Stufen und Mauerscheiben erhalten, um das Höhengefüge anzugleichen. An den Mauerscheiben entstehen Sitzstufen aus drei Stufenbereichen. Der gepflasterte Hofbereich zum Haupteingang wird mit einer Tischtennisplatte ausgestattet.

Für den Nebeneingang steht eine Treppenanlage mit sieben Stufen und einem seitlichen Mauerstreifen im Entwurf. Der Eingangsbereich sieht eine Toranlage vor. Ein Grünes Klassenzimmer soll mit einem Zaun eingerahmt und mit einem Bodenbelag aus Rasenpflaster versehen werden. Von den bereits vorhandenen Spiel- und Bewegungsgeräten sollen zwei auf dem neuen Schulhof wieder aufgestellt werden. Dazu kommt ein neues Spielgerät.

„Der Bestandsbaukörper bleibt in seiner Form erhalten. Dazu bauen wir einen teilweise dreigeschossigen Neubau mit Flachdach an. Dieser Bereich ist teilunterkellert“, erklärte Architekt Volker Seidl, der eine der Gruppen führte. Es wird eine überdachte Pausenfläche geben. Im Keller soll es – nach den Ausführungen des Planers – einen Werkraum, einen Technikraum und Vorbereitungsräume sowie einen Raum für den Hausmeister mit angrenzender Werkstatt geben.

Neues Treppenhaus und ein Aufzug entstehen

Es werden im Keller neue WC-Anlagen für die Schüler und Lehrer errichtet. „Neben dem alten Bestandstreppenhaus entsteht ein neues Treppenhaus mit einem Aufzug, so dass man das Gebäude barrierefrei nutzen kann“, schilderte Sabine Fischer und zeigte den Fahrstuhlschacht.

Auch das Erdgeschoss sei dann barrierefrei erreichbar. Im Eingangsbereich befinden sich die Garderoben. Es gibt einen Sanitärtrakt mit rollstuhlgerechten WC. Dazu kommt eine Schülerküche mit einem Hauswirtschaftsraum. Auf dieser Etage sind vier allgemeine Unterrichtsräume, die mit einem Gruppenarbeitsraum verbunden sind, geplant. Außerdem sind ein Fachunterrichtsraum für Musik und Ethik, ein Technik- und ein Vorbereitungsraum geplant. Das Obergeschoss ist im Prinzip wie das Erdgeschoss gegliedert.

„Wir haben so lange über die teure Ausstattung diskutiert, wo ist denn nun die Bibliothek? “, wollte Bogumila Jacksch (UWG), Ortsbürgermeisterin in Oebisfelde, mit dem Blick auf die Baupläne wissen. Im Foyer soll es einen Garderobenbereich geben , wo jedes Kind einen Spind haben soll. Des Weiteren sind ein Bürotrakt mit Lehrerzimmer und Teeküche sowie ein Erste-Hilfe-Arzt-Raum vorgesehen. Auch dort gibt es noch WC für die Pädagogen.

Neue Möbel müssen angeschafft werden

Im Zuge des Baugeschehens erfolgte eine Kostenerhöhung gegenüber der Kostenprognose. Etwa 800.000 Euro wurden in den Nachtrag 2020 der Einheitsgemeinde eingearbeitet. 200.000 Euro sollen im Haushaltsplan 2021 aufgenommen werden. Sabine Fischer erklärte, dass vom alten Mobiliar nur noch die Tische und Stühlen zu gebrauchen seien. Aufgrund der Schaffung neuer Raumgruppen und Umnutzung bereits vorhandener Raumgruppen sei es erforderlich diese Räumlichkeiten neu einzurichten, um eine Nutzung für den Schulbetrieb zu gewährleisten.

Für die Anschaffung des Mobiliars wurden 301.400 Euro investive Mittel für das Haushaltsjahr 2021 eingeplant. Der Stadtrat erteilte während der Sitzung Bürgermeister Hans-Werner Kraul (CDU) die Ermächtigung zur Initiierung der Ausschreibung zur Anschaffung der Möblierung. Kraul betonte, dass er auf Sparsamkeit bedacht sein wird: „Ich kann zusichern, dass es keine goldenen Türklinken geben wird.“

Die Fertigstellung war ursprünglich für August 2021 vorgesehen. Jörg Lauenroth-Mago (Bündnis 90/Die Grünen) fragte nach der zeitlichen Planung: „Wann rechnen die Architekten damit, dass das Vorhaben realisiert ist und die Kinder die Schule besuchen können?“ Seidl erklärte: „Wir haben den Ablaufplan noch mal überarbeitet. Nach dem Winterstau können wir jetzt zügig durcharbeiten.“ Die drei Monate Verzug wirken sich – nach seinen Ausführungen – auch auf die Inbetriebnahme aus. „Wir rechnen damit, dass Ende Oktober dieses Jahres die Schule bezugsfertig ist“, sagte der Planer.