Havelberg l Die beiden freien Künstler sind in dem Gebäude, das vor dessen Verkauf Ende 2014 zum Erlebnispädagogischen Centrum und noch früher zur Havelberger Stadtschule gehörte, jetzt nicht nur die Hausherren und einzigen Bewohner, sondern auch die eigenen Handwerker. „Bis auf die Dinge, wo Fachleute herangezogen werden müssen – wie zum Beispiel bei der Elektrik oder bei der Heizung – versuchen wir bei der Sanierung der Räume möglichst alles ohne große Hilfe zu bewerkstelligen“, sagt Ursula Achternkamp. „Wenn wir damit Firmen beauftragen würden, könnten wir die Kosten für die Leistungen, die sie erbringen müssten, niemals bezahlen“, erklärt sie. „Darum kann unser Motto nur lauten: Selbst ist der Mann.“ – Oder auch die Frau.

Viel Zeit nötig

Die beiden Neu-Havelberger – seit Mai sind sie amtlich als Einwohner der Stadt gemeldet – werkeln schon das ganze Jahr lang in ihrem neuen Haus herum. „Wir wollen seinen ursprünglichen Zustand wieder herstellen. Eine ganze Menge ist im Laufe der Zeit im Inneren baulich verändert worden. Zum größten Teil haben wir das bereits zurückgebaut.“ Trotzdem dringen fast täglich laute Arbeitsgeräusche aus dem Gebäude nach draußen. „Und das wird auch noch längere Zeit so bleiben“, macht Ursula Achternkamp deutlich. Denn: „Eigenleistung braucht Zeit.“ Für ein so großes Haus besser: viel Zeit.

Erdgeschoss ist dran

Während der Wohnbereich und die großen Räume im Obergeschoss – sie dienten früher als Klassenräume, jetzt entstehen aus ihnen Ausstellungs- und Seminarräume sowie eine Bibliothek – bereits gut nutzbar hergerichtet sind, wenn auch mit einigen Provisorien, geht es mit den Arbeiten im Erdgeschoss gerade erst so richtig los. „Unter anderem planen wir hier zur Schulstraße hin einen Empfangsbereich mit Teeraum“, ist zu erfahren. Außerdem sollen hier zwei Gästezimmer und eine große Küche, die auch für die Gästenutzung gedacht ist, entstehen. Ebenso eine Handwerker- und Bastelwerkstatt.

Intgeressante Gespräche

Zur Buga hatten die beiden Künstler in den oberen Räumen bereits zu einer Ausstellung eingeladen. Dafür stand das Haus an allen Tagen offen. „Die meisten Gäste interessierten sich zu unserer Überraschung aber eher für unsere Baustelle hier und was aus dem Gebäude werden soll“, so Ursula Achternkamp. „Dabei haben uns vor allem Einheimische interessante Geschichten über die frühere Nutzung des Hauses erzählt, in dem sie auch selbst einmal auf der Schulbank gesessen haben. Auch berichteten sie vom Hort hier und von der Schulküche. Die Gespräche empfanden wir deshalb auch als willkommene Baupausen.“

Die erste größere Veranstaltung im Haus war vor einigen Wochen übrigens die Vortragsreihe „Wer plant die Planung?“ Am 21. November soll sie zum Thema „Gastfreundschaft“ am offenen Diskussionstisch fortgesetzt werden. Geplant ist, um 10 Uhr zu beginnen.