Havelberg l Das „Camp Move“ ist eine völlig neue Form des Lernens. Im Rahmen einer Projektzeit an der Sekundarschule hatte eine kleine Gruppe von acht Neuntklässlern, nach einer Interessenabfrage, für eine Woche am „Camp Move“ teilgenommen. Mit Hilfe dieses Angebotes des Landes wird versucht, Mädchen und Jungen, die eventuell von der Gesamtleistung her nicht den Schulabschluss schaffen könnten, zu mobilisieren, ein positives Zeugnis zu erhalten.

Auch Schüler, die ansonsten passable Lernleistungen erbringen, aber zum Beispiel nicht selbstbewusst und zu gehemmt sind, um sich im Alltag zu behaupten, nehmen an diesem Projekt teil. „Die Finanzierung der Lernprojektwoche erfolgte durch das Landesschulamt (Kultusministerium) Sachsen-Anhalt. Die Teilnehmer konnten sich zuvor per Flyer informieren“, so Schulsozialarbeiterin Daniela Zohm. Sie hatte mit der Förderschullehrerin Martina Lösch und den Lehrerinnen Ute Seemann und Caren Pfundt, die für den künstlerischen Teil des Projektes zuständig waren, das Camp Move geleitet.

Waffenlose Verteidigung

Für die Teilnehmer wird das Projekt eine ganze Weile im Gedächtnis bleiben, denn jeder Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück, das ebenso wie das abschließende gemeinsame Mittagessen selbst zubereitet wurde. Aber auch die Planung und der Einkauf der gesunden und vollwertigen Bio-Produkte wurde in Eigenregie übernommen.

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Nach dem Frühstück am ersten Tag wartete in der Sporthalle auf die Schüler eine Überraschung. Der Sensei Karsten Ullrich vom „1. Jiu-Jitsu-Verein Sachsen-Anhalt 1993“ aus Stendal begrüßte die Schüler zu einem Präventionskurs, der sich über die gesamte Woche erstreckte. Unter dem Motto: „Sag Nein zur Gewalt!“ bekamen die Teilnehmer einen Einblick in die waffenlosen Verteidigungsmöglichkeiten.

„Das macht Spaß und man weiß ja nie, ob man das Gelernte einmal anwenden muss“, meinte Jonalyn Schwarzkopf.

Trittsteine aus Fertigbeton

„Beim Jiu-Jitsu wird das Selbstbewusstsein der Schüler gestärkt und nach dem ersten Muskelkater hatten alle gemerkt, dass das nicht nur Spaß war. Wir haben aber auch noch Seife selbst hergestellt und Trittsteine aus Fertigbeton gebaut, die liebevoll mit einem Mosaik verziert wurden und zum Projektabschluss im Außengelände des Schulzentrums platziert werden“, berichtete Daniela Zohm.

Am letzten Projekttag wurden dann die Trittsteine und einige Mosaikkugeln von allen gemeinsam vor dem Hauptgebäude der Schule in die Erde gebracht. Auch Schulleiterin Kerstin Meinschien hatte sich dazu gesellt und bekam auf ihre Fragen, wie das Camp Move den Teilnehmern gefallen hat und ob es weiter zu empfehlen wäre, von den Schülern die Daumen hoch gezeigt und einen kräftigen Applaus.

Etwas Bleibendes geschaffen

„Die Jugendlichen haben etwas Bleibendes geschaffen, vieles allein geplant, organisiert, umgesetzt und somit etwas fürs Leben mitgenommen“, freute sich die Lehrerin Ute Seemann.