Havelberg l Am Montag erfolgte der Umzug von der Genthiner Straße hoch zum Lindenweg. Liegen, Schränke, Waschmaschine, Trockner, Kühlschränke und anderes mehr wurden aus Lkw heraus in das neue Heim getragen. Mitarbeiter des DRK und Flüchtlinge packten kräftig mit an, bis alles ausgeladen und im Haus war. Dann ging es ans Einräumen der Zimmer. 15 Plätze der stationären Kinder- und Jugendhilfe hat der DRK Kreisverband „Östliche Altmark“ in dem einstigen Internat des Gymnasiums im Lindenweg – bekannt als „Fuchsbau“ – geschaffen. Die Bedingungen haben sich gegenüber der bisherigen Unterkunft in der Genthiner Straße wesentlich verbessert, sagt Birgit Schleinig, die die Kinder- und Jugendhäuser des DRK leitet.

Seit Oktober hatte der Kreisverband in seinem Domizil in der Genthiner Straße unbegleitete minderjährige Jugendliche betreut und ihnen nach ihrer Flucht etwa aus Syrien und Afghanistan ein Zuhause auf Zeit geboten. Denn diese Unterkunft war als Übergangsheim zur sogenannten vorläufigen Inobhutnahme eingerichtet worden. Dieses ist mit dem Umzug in den „Fuchsbau“ als stationäres Heim nun außer Betrieb gegangen. Derzeit sind es acht Jungs im Alter von 14 bis 18 Jahren, die dort betreut werden. Sie leben zum Teil schon ein paar Monate in Havelberg, haben sich mit der Umgebung bekannt gemacht, die meisten gehen seit kurzem auch zur Schule. „Sie haben sich sehr gefreut, als sie dieses Haus gesehen haben, es sind gute Voraussetzungen, um hier aufwachsen zu können“, sagt Birgit Schleinig. Neun Betreuer kümmern sich um die Jugendlichen. Zwei Dolmetscher sorgen für eine gute Verständigung. Zwei Frauen, die liebevoll Hausmuttis genannt werden, kümmern sich um Dinge wie Kochen, Saubermachen, Wäschewaschen – gemeinsam mit den Jugendlichen.

Ein Teil der Möbel aus der Genthiner Straße ist mit hochgezogen in den Lindenweg, einiges wurde aber auch neu gekauft. Gut ist auch der Außenbereich des „Fuchsbaus“, der Platz bietet zum Beispiel für Fußballtore. In der Garage werden ein Kickertisch und eine Tischtennisplatte aufgebaut. Letztere wird vom Lady Lions Club Stendal gesponsert. Als Erstes ist ein Arbeitseinsatz mit den Jugendlichen geplant, berichtet DRK Vorstand Michael Mehler, der zudem die Vorteile des Umfeldes mit Sporthalle, Schwimmbad und Schule schätzt.

Die Schule macht den Jungs Spaß, weiß Betreuerin Charleene Leppich. „Wir haben auch schon eifrig zusammen Hausaufgaben gemacht.“