Havelberg/Nitzow l Wohin mit dem vielen Laub? Eine Frage, die sich nicht nur Manfred Hartleben in Nitzow stellt. Drei große Linden stehen vor seinem Grundstück. Jede Menge Blätter fallen auf den Grünstreifen. Ein vierter Baum steht an der Grenze zum Nachbarn. Das zusammenzuharken, teilt er sich mit ihm. Dass sie laut Straßenreinigungssatzung der Hansestadt Havelberg für die Entsorgung der Blätter zuständig sind, ist den Anwohnern bewusst. Doch haben die Bäume eine Größe erreicht, dass sie nicht mehr wissen, wohin mit dem ganzen Laub.

„Die Bäume sind herrlich, wir freuen uns, dass sie hier stehen. Aber es wäre schön, wenn es eine Lösung zur Laub­entsorgung gäbe. Denn unsere Biotonnen und die Komposter quellen über.“ Bei Ortsbürgermeister Karsten Grey und Bauhofleiter Volker Kanzler haben die Anwohner um Unterstützung gebeten. Doch dass Laub von der Stadt abgeholt und entsorgt wird, gibt es schon längere Zeit nicht mehr.

„Die Kapazitäten des Bauhofes sind nicht dafür ausgelegt, das viele Laub einzusammeln. Und wir müssten es als Sondermüll auf der Deponie entsorgen. Die Kosten dafür sind sehr hoch“, nennt Ordnungsamtsleiter André Gerdel die Gründe dafür, weshalb die Stadt das Laub von kommunalen Bäumen vor privaten Grundstücken nicht mehr einsammelt. Während die Einwohner es in der braunen Tonne oder auf dem Kompost entsorgen können, dürfen Kommunen das nicht mehr. Zudem weist er darauf hin, dass Laub nicht überall geharkt werden muss. „Ich kann verstehen, dass man es vor seinem Grundstück ordentlich haben möchte. Doch laut Straßenreinigungssatzung müssen nur der Gehweg und die Rinne wöchentlich gereinigt werden.“

Die Diskussion zum Laub gibt es überall in den Ortschaften und auch in der Stadt selbst. Bei einer Fläche von 149 Quadratkilometern käme die Stadt schnell an ihre Grenzen, würde sie überall die Blätter einsammeln – was sie entsprechend dem Gleichheitsprinzip tun müsste.