Museum

„Aschenbrödel“ benötigt Hilfe

Der Förderverein des Prignitz-Museums Havelberg bittet für das Papiertheater „Aschenbrödel“ um Spenden.

Havelberg l Gerade zur Weihnachtszeit ist „Aschenbrödel“ heutzutage ein beliebtes Märchen. Der Film von den drei Haselnüssen fasziniert Jung und Alt immer wieder. Doch auch schon zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Märchen beliebt. Der Bilderbogenverlag Jacob Ferdinand Schreiber in Esslingen am Neckar gab um 1890 das Papiertheater dazu heraus. Das Prignitz-Museum kaufte 2013 ein Exemplar von der Havelberger Firma Kampfhenkel und hofft, es restaurieren lassen zu können. Deshalb hat der Verein der „Freunde und Förderer des Prignitz-Museums“ das Papiertheater zum Spendenobjekt für die Weihnachts- und Neujahrsgrüße 2020 ausgewählt.

In der Grußkarte hat der Vereinsvorsitzende Harald Wildhagen folgendes geschrieben: „Theater aus Holz und Papier für die heimische Wohnstube erfreuten sich im Bürgertum des Biedermeier und der folgenden Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit. Sich die Illusion großer Bühnen ins Haus zu holen, das ­Welttheater und die Klassiker selbst im Familien- und Freundeskreis aufzuführen, übte eine große Faszination aus. Man widmete sich leidenschaftlich dem Aufbau des Theaters aus Bilder- und Ausschneidebögen, malte, sägte und leimte mit Hingabe. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dienten diese Miniaturbühnen zunehmend der kindlichen Bildung und Unterhaltung.“

Museumsleiterin Antje Reichel berichtet, dass alle Teile original vorhanden sind, das Theater aber stark verschmutzt und sehr brüchig im Papier ist. Es ist 72 Zentimeter breit und hoch und 43 Zentimeter tief. Es wird auf einer dazugehörigen Holzkiste aufgebaut und kann mit drei kleinen Petroleumlampen beleuchtet werden. Es umfasst ein Bühnenportal mit rollbarem Vorhang, sechs Kulissen mit jeweils sechs Seitenteilen, neun Figuren, fünf Möbel und ein Textheft. „Insgesamt sind es 50 Teile aus bedruckter Pappe. Die Kulissenteile werden auf Metallschienen befestigt, die Figuren von oben mit Drähten bewegt“, erklärt die Museologin und weiß auch: „Die Theater sind Sammlerobjekte und selten so vollständig erhalten.“

Zur Geschichte von Papiertheatern verweist sie auf einen Beitrag im Internet in „Monumente“, dem Magazin für Denkmalkultur in Deutschland. Unter der Überschrift „Zauberhafte Illusionen“ ist dort etwa zu lesen, dass bis etwa 1890 die Drucke in Kolorieranstalten von Hand ausgemalt wurden, die Technik dann aber auch farbige Drucke möglich machte. Aufmerksam gemacht wird auf das einzige deutsche Papiertheatermuseum in Hanau.

Beim Havelberger „Aschenbrödel“ bedürfen Papier, Pappe, Holz und Stoffe der sachgemäßen Reinigung und Instandsetzung. Das Bühnenportal mit dem Vorhang soll stabilisiert und die Vorhangmechanik sowie die Kulissenhalterungen rekonstruiert werden.

Spenden sind möglich an: Freunde und Förderer des Prignitz-Museums, IBAN DE64 8105 0555 3080 0044 25 bei der Kreissparkasse Stendal, Verwendungszweck: Weihnachtsspende 2020