Kirchsanierung

„Augen des Hauses“ glänzen nun wieder

Die Sydower Kirche wird trockengelegt, denn die Flut von 2013 und Niederschläge haben ihr zugesetzt. Auch Ehrenamtler sind beteiligt.

Von Ingo Freihorst

Sydow l „Die ,Augen des Hauses‘ leuchten endlich wieder“, ist die Briesterin Elke Jahns mit ihrer Arbeit zufrieden. Sie steht auf dem Baugerüst an der Nordseite des Kirchenschiffes und hat einem Fensterrahmen soeben den zweiten Anstrich mit Leinölfirnis verpasst. Den ersten, der vor kurzem erfolgt war, hatte das ausgedörrte und graue Holz sofort aufgesogen. Jetzt glänzen die fast schwarzen Rahmen sogar wieder. Mal schauen, ob noch ein dritter Anstrich nötig wird ...

Die ehrenamtliche Malerin stammt aus Sydow und ist dem Wuster Ortsteil immer noch verbunden – besucht sie doch hier auch die Gottesdienste, welche in der Regel monatlich stattfinden. Auf der anderen Seite der Kirche steht ihr Bruder Siegfried Danker, welcher Mitglied im Gemeindekirchenrat ist, mit Pinsel und Firnis auf dem Baugerüst. Ohne dieses wäre es schwer geworden, an die Fenster zu gelangen. Eigentlich müssten die Scheiben auch saniert werden, doch ist die Finanzierung unklar. Ein Kostenvoranschlag wurde bereits eingeholt. Die Apsisfenster wurden schon vor einiger Zeit repariert, hier muss nur noch verputzt werden.

Neben den beiden Geschwistern schwang beim Arbeitseinsatz auch Sabine Schönfeld von Geschichtskreis und Marionettenbühne GuM einen Pinsel. Sie hatte sich die doppelflüglige Eingangstür vorgenommen, welche in den 1980er Jahren vom örtlichen Tischler Dietmar Wiek als Meisterstück angefertigt worden war. Auch hier sah man deutlich, wo bereits gestrichen worden war.

Die Tür befindet sich im Kirchturm, welcher bereits komplett neu angeputzt ist. Der obere Teil wird nicht verputzt. Der Turm, der einst dem in Wust ähnelte, war in den letzten Kriegstagen 1945 heruntergeschossen und zwei Jahre später wieder aufgemauert worden. Was auffällt: Es gibt keine Kirchturmuhr. Diese kam damals nach Zollchow.

Bei der Fassadensanierung wurde auch ein Fenster an der Nordseite zugemauert, denn an dessen Stelle soll im Innern der barocke Altaraufsatz aufgestellt werden. Er hatte einst die Sicht auf die in seltener dreidimensionaler Optik ummalten drei Apsisfenster verwehrt und war darum abgenommen und beiseite gestellt worden. Diese Fenster waren übrigens ebenfalls vom örtlichen Tischler neu angefertigt worden.

Patron der Kirche war einst die Familie von Katte gewesen, welche auf der anderen Straßenseite ihr erstes Gutshaus errichten ließ. Das zweite entstand um 1880 im Park und wurde nach einem Brand abgerissen.

Mit dem neuen Putz ringsum kommen nun auch die beiden Sandstein-Epitaphe, welche links und rechts neben der Tür an der Fassade zu sehen sind, besser zur Geltung. Leider ist der linke schon arg in Mitleidenschaft gezogen.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden erwartungsgemäß weitere Schäden – wie Risse zwischen Turm und Schiff – entdeckt, so dass etliche zusätzliche Ausgaben anfallen. Zudem fehlen an manchen Ecken im unteren Bereich diverse Ziegel. Wegen der Nässeschäden wird die Fassade natürlich auch noch trockengelegt.