Havelberg l Pauline Pflugbeil kennt das Havelberger KMG Klinikum durch ihre Mutti. „Sie hat als Physiotherapeutin hier gearbeitet und nur Gutes erzählt. Darum habe ich mich hier beworben“, erzählt die 17-Jährige am Montagmorgen, als sie zusammen mit Esmatollah Azizi als neue Auszubildende im Krankenhaus willkommen geheißen wurde. Unter anderem begrüßten die Praxisleiterin für Ausbildung Sandra Braun und der Geschäftsführer des KMG Klinikums Havelberg Ingo Engelmeyer die beiden Neuen mit kleiner Zuckertüte, einem Präsent und einem Frühstück.

Viel Zeit zum Kennenlernen des Krankenhauses haben die beiden Azubi noch nicht. Denn am Dienstag beginnt für sie die Berufsschulzeit in Pritzwalk. Dort erlernen sie den theoretischen Teil ihrer Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Vier Wochen Berufsschule und vier Wochen Praxis ist der Turnus der Ausbildung. Im ersten Ausbildungsjahr sind die Schüler während der Praxis meist in ihrem Stammkrankenhaus, im zweiten Jahr durchlaufen sie dann andere Abteilungen innerhalb der KMG-Kliniken und im dritten kehren sie wieder nach Havelberg zurück. Dort absolvieren sie dann auch ihre Prüfung, berichtet Sandra Braun.

Für Pauline Pflugbeil, die aus Lenzen kommt und sich in Havelberg über eine hübsche kleine Wohnung freut, stand schon lange fest, dass sie diesen Beruf ergreifen möchte. „Ich habe auch schon ein Praktikum in der Altenpflege gemacht und war mir früh sicher, dass es das richtige für mich ist. Man kann ordentlich was lernen über den menschlichen Körper und Menschen helfen.“

Neue Chefärztin

Esmatollah Azizi stammt aus Afghanistan und lebt seit drei Jahren in Deutschland. In seiner Heimat hatte er Wirtschaft und Ökonomie studiert und vor seiner Flucht in Kabul als Finanzassistent gearbeitet. Nach einem Praktikum bei der KMG in Pritzwalk fiel bei ihm die Entscheidung, Gesundheits- und Krankenpfleger werden zu wollen. „Das hat mir sehr gut gefallen. Ich möchte mit Menschen arbeiten und habe mich deshalb um die Ausbildungsstelle in Havelberg beworben“, sagt der 29-Jährige, der vor seinem Ausbildungsbeginn in Berlin in einem Restaurant als Koch und Kassierer gearbeitet hat, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Das Klinikum in Havelberg sieht es als wichtig an, sich selbst um die Ausbildung von Pflegekräften im medizinischen Bereich zu kümmern. In jedem Ausbildungsjahr gibt es derzeit zwei Auszubildende. „In der Altersstruktur liegen wir etwas über dem Durchschnitt, so dass in den nächsten Jahren viele Mitarbeiter in den Ruhestand gehen werden. Um für unser Haus qualifizierten Nachwuchs zu bekommen, bilden wir selbst aus“, erklärt Ingo Engelmeyer.

Die Perspektiven, nach der Ausbildung weiterbeschäftigt zu werden, stehen gut. Sollte es nicht direkt in Havelberg klappen, dann aber innerhalb der KMG. „Bekanntlich ist es nicht so einfach, Pflegestellen zu besetzen. Um so wichtiger ist es, nach vorn zu gucken und Fachkräfte auszubilden, um den Nachwuchs zu sichern“, so Ingo Engelmeyer. Im Havelberger Krankenhaus sind um die 50 Mitarbeiter in der Pflege und im Funktionsdienst beschäftigt. „Bis jetzt haben wir es immer wieder geschafft, freie Stellen nachbesetzen zu können“, berichtet der Geschäftsführer weiter.

Was die Ärzte am Klinikum betrifft, informierte Ingo Engelmeyer darüber, dass zum 1. Oktober ein neuer Oberarzt für die Innere Medizin begrüßt wurde. Anfang November wird zudem die Chefarztstelle auf der Inneren neu besetzt. Eine Ärztin konnte dafür gewonnen werden. „Wir sind auf einem guten Weg und werden noch weitere Ärzte einstellen, um dort, wo wir jetzt Unterstützung aus Kyritz bekommen, eigene Mitarbeiter zu beschäftigen.“