Havelberg l „Der höchste Vorzug eines Bildes ist es, dem Auge ein Fest zu geben.“ Dieses Zitat stammt vom französischen Maler Eugène Delacroix (1798 bis 1863). „Das ist unser Credo“, sagt Klaus-Joachim Kuhs, als er in der Havelberger Domkurie D8 die neue Ausstellung „Magie der Farben“ aufbaut. Die Bilder stammen von ihm und seiner Frau Hannelore Stoll sowie von Hans-Dieter Böttger. Am Sonntag, 31. März, sind Besucher um 11 Uhr zur Eröffnung willkommen. Musikalisch wird die Vernissage von Maren Roggmann (Querflöte) und Bernhard Roggmann (Gitarre) begleitet.

Es sind wunderschöne Aquarelle, die vor allem die Landschaft an Elbe und Havel widerspiegeln. „So, wie wir sie als Maler mit unseren Augen sehen“, sagt Klaus-Joachim Kuhs. Viele Bilder sind, wie zum Beispiel Tangermünde im Nebel, aus dem Gedächtnis entstanden, nur wenige, wie die Klosterkirche Arendsee, nach der Vorlage von Fotos. Sonnenauf- und -untergänge sorgen ebenso wie Wolkenformationen und Nebel für besondere Stimmungen. Die Künstler haben sie eingefangen. „Die Aquarellmalerei übt eine besondere Faszination auf uns aus. Wasser will freien Lauf, aber auch in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Das verlangt schnelle Entscheidungen und konkretes Handeln beim Malen. Die durch die Aquarellmalerei entstehenden Farb­akkorde und Farbverläufe sind mit keiner anderen Maltechnik so zu erreichen“, erklärt der Wuster. Und er sagt auch: „Die Aquarellmalerei erfreut sich großer Beliebtheit. Mit Pinsel, Aquarellfarben und Aquarellpapier benötigt man wenig Material. Doch ist sie auch die schwerste Maltechnik, denn es gibt keine Korrekturmöglichkeiten. Bei Öl etwa kann man drüber malen, das geht bei Aquarellen nicht.“

Schon seit seiner Schulzeit malt er. Intensiv beschäftigt er sich mit der Malerei seit den 1980er Jahren. Auch die Pastellmalerei gefällt ihm. Im grafischen Bereich beschäftigt er sich mit Linol- und Holzschnitten. Um sich stets weiter zu entwickeln, haben er und seine Frau verschiedene Malkurse besucht. Etwa bei den Künstlern Gisa Kramer in Berlin, Max Struwe in Rostock und Ulrike Waldek-Runkel in Worpswede, aber auch an der Volkshochschule etwa beim Sandauer Horst Schock.

Mit Hans-Dieter Böttger verbindet die Wuster eine jahrelange Freundschaft. Ein Missgeschick machte es einst erforderlich, dass Klaus-Joachim Kuhs den damaligen Chefarzt der Chirurgie am Havelberger Krankenhaus als Patient aufsuchen musste. Dabei ließ er den Satz fallen, dass er nach Prerow zum Malkurs muss. „Dr. Böttger sagte, dass er auch malt. Von Stund an sind wir befreundet. Er besuchte unsere Ausstellungen zum Beispiel in Osterburg, Jerichow und im Havelberger Rathaus, nun haben wir unsere erste gemeinsame Ausstellung.“ Hans-Dieter Böttger hängt seine Bilder Ende der Woche auf. Mit dabei sein wird sein Bild „Hundert Wasserfarben“, das einst in seinem Dienstzimmer hing.

Die Ausstellung wird bis 1. Juli in der Domkurie in Havelberg zu sehen sein. Wenn im Juni im gesamten Elb-Havel-Winkel zu „Kunst im Gartensommer“ mit rund 30 Veranstaltungen eingeladen wird, will Klaus-Joachim Kuhs seine Landschaftsbilder gegen florale Motive austauschen. Denn die D8 mit ihrem italienischen Renaissancegarten ist eine Station der Aktion. Ute Schröter, Vorsitzende des Vereins „denkMal und Leben“, wird Keramik präsentieren.