Schönhausen l „Es war ein glückliches Jahr! Ich habe so viel gelernt und das freundliche Klima in der Praxis sehr genossen.“ Zhanna Romanowskaja schwärmt, als sie am Montag vor Ostern, ihrem letzten Arbeitstag in der Schönhauser Arztpraxis von Dr. Carola Lüke und Boris Kieselov, Bilanz zieht. Die Internistin, die 2003 aus Russland nach Deutschland gekommen war und am Genthiner Krankenhaus tätig ist, dankt Dr. Carola Lüke, dass sie im zurückliegenden Jahr in Schönhausen ihre Weiterbildung zur Diabetologin machen konnte. Die Prüfung hat sie mit Bravour bestanden.

„Ich bedaure sehr, dass ich Schönhausen verlassen muss. Ich werde nicht nur das Praxis-Team vermissen, sondern auch die Patienten. Sie waren sehr offen und freundlich und haben mir die Arbeit sehr leicht gemacht.“

Hätte sie nicht ein Haus in Magdeburg, könnte sie sich gut vorstellen, in Schönhausen als Hausärztin zu arbeiten. Denn auch das ist ein Ergebnis der Zeit in der Praxis: „Ich werde mich in nicht allzu ferner Zeit niederlassen. Der Umgang mit den Patienten hat mich darin bestärkt, künftig auch so zu arbeiten.“

Um überhaupt jeden Montag nach Schönhausen kommen zu können, hat sie extra Fahrerlaubnis gemacht und sich ein Auto gekauft, „eine gute Investition“.

Dr. Carola Lüke lässt Romy, wie die Ärztin vom Team genannt wurde, nur ungern gehen. „Sie war eine Bereicherung. Und die Patienten haben ihre Fachkenntnis und ihre freundlich, mitfühlende Art wirklich gemocht.“ Carola Lüke ist auch froh und dankbar, dass die Patienten bereit sind, sich immer mal auf einen neuen Arzt einzulassen und Vertrauen schenken. Boris Kieselov, der seit einem Jahr dienstags und donnerstags die Sprechzeiten in Schönhausen zusammen mit ihr absichert, ist ebenfalls gut akzeptiert.

Und nun kommt wieder ein neues Gesicht dazu: Dr. Stephanie Kamke. Die gebürtige Jerichowerin, 30 Jahre alt, hat sich nach dem Abitur in Genthin auf einen langen Weg gemacht: Sechs Jahre studierte sie Medizin in Kiel. Mit dem Ziel, Allgemeinmedizinerin zu werden, folgte Praxis an einem Hamburger Krankenhaus. Dann pausierte sie kurz, weil sie ein Kind bekam – ein guter Anlass, zusammen mit ihrem Mann zurück in die Heimat zu kommen.

Nach einem halben Jahr weitere Ausbildung bei einem niedergelassenen Chirurgen in Genthin folgt nun der letzte Schritt: Über die überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft Genthin-Schönhausen wird die junge Ärztin bis Ende 2018 in der Elbgemeinde tätig sein und ab dem 4. April immer montags zusammen mit Dr. Carola Lüke die Sprechstunden absichern.