Havelberg l Mit stehendem Applaus – und das völlig zu Recht – haben 350 Zuhörer am Dienstagabend die Leistungen der Mitglieder des Heeresmusikkorps Neubrandenburg nach ihrem Benefizkonzert in der Havelberger Stadtkirche honoriert. Die Tradition der Benefizkonzerte in Havelberg – nach der Auflösung des in der Domstadt stationierten Führungsunterstützungsbataillons 382 ab dem Jahr 2014 unterbrochen – ist nach nur einem Jahr Pause wieder aufgelebt. Das Panzerpionierbataillon 803 der Bundeswehr und die Stadt Havelberg haben gemeinsam die Initiative ergriffen, um diese schöne Veranstaltung den Musikfreunden aus der Stadt und ihrer Umgebung zu erhalten.

Jedes Stück ein Höhepunkt

Am Dienstagabend war es nun soweit. Das Heeresmusikkorps Neubrandenburg – in großer Besetzung angereist – erfüllte nicht nur alle Erwartungen seiner Zuhörer, sondern übertraf sie um ein Vielfaches. Kurzum: Unter der Leitung von Oberstleutnant Christian Prchal, der sich zudem als ein hervorragender und humorvoller Moderator auszeichnete, sorgte es, im Zusammenspiel mit der Akustik des Kirchenraums, für ein wahrhaft perfektes Musikerlebnis. Alle gespielten Stücke waren echte Höhepunkte, so unter anderem die „Polnische Weihnacht“, „Mary Poppins“, „Vater unser“, „Der Mond ist aufgegangen“ oder ein Medley schöner, bekannter Weihnachtslieder unter dem Motto „Auf dem Weihnachtsmarkt“. Auch die beiden Zugaben „Guten Abend, gute Nacht“ und „Tochter Zion“ müssen in diesem Zusammenhang genannt werden.

"Trinken Sie ordentlich"

Der Standortälteste des Bundeswehrstandortes Havelberg, Oberstleutnant Markus Schulze Harling, hatte für die beiden Gastgeber – als zweiter fungierte die Stadt Havelberg – das Konzertereignis eröffnet. Die Bundeswehr in Havelberg wolle mit dieser Veranstaltung vor allem auch Dankeschön sagen für den Rückhalt, den ihr die Bevölkerung der Domstadt zuteil werden lässt, und andererseits für die kameradschaftliche Zusammenarbeit mit allen Vertretern der Stadt, betonte er. Wie bei den Benefizkonzerten bis zum Jahr 2014 seien die Einnahmen des Abends wieder für gute Zwecke bestimmt: 50 Prozent für das evangelische Hospiz in Stendal und jeweils 25 Prozent für das Bundeswehr-Sozialwerk und für das DRK-Wohnheim „Julianenhof“. In dem Zusammenhang machte der Oberstleutnant die Konzertgäste auch auf die in der Kirche aufgestellten Spendendosen und den Glühweinverkauf in drei Weihnachtsbuden auf dem Kirchplatz aufmerksam. „Auch diese Einnahmen fließen in den Erlös mit ein. Also trinken Sie nachher noch ordentlich – heute ist das alles in Ordnung, denn es ist für einen guten Zweck“, meinte er mit einem Schmunzeln.

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Tolle Vorarbeit der Soldaten

Nach dem Konzert nutzte dann auch Bürgermeister Bernd Poloski die Gelegenheit, das Wort zu ergreifen. Vor allem um Dank zu sagen. Zum einen den exzellenten Musikern aus Neubrandenburg, zum anderen der evangelischen Kirchengemeinde für die Bereitstellung der Stadtkirche und dem Panzerpionierbataillon 803 für die perfekte materielle Vorbereitung. Fast eine ganze Woche lang hatten die Soldaten in der Kirche und auch auf dem Kirchplatz fleißig gearbeitet, damit es den Gästen, einschließlich den Musikern, am Dienstagabend beim Konzert an nichts fehlte. Sogar ein Heizkommando stand mehrere Tage lang bereit, um das Kircheninnere auf eine angenehme Temperatur zu bringen. Trotzdem fehlte es auf den Bänken aber auch nicht an wärmenden Decken. Auf dem Kirchplatz empfingen Schwedenfeuer die Gäste und loderten Flammen in Feuerschalen, die wohlige Wärme spendeten. Und für Getränke jeglicher Art war hier auch gesorgt. „Einfach nur toll, was die Soldaten geleistet haben“, lobte der Bürgermeister und kündigte eine „mögliche Fortsetzung“ der Benefizkonzerte an. In dem Fall sollten es dann aber wieder so schöne Weihnachtskonzerte werden wie am Dienstag.