Feuerwehr

Benjamin Boyken ist neuer Wehrleiter in Kamern

Einen Wechsel gibt es an der Spitze der Feuerwehr Kamern: Ortswehrleiter Jürgen Brandt trat bei der Wahl aus Altersgründen nicht mehr an, Nachfolger wurde Benjamin Boyken.

Von Ingo Freihorst
Fördervereinsvorsitzender Arno Brandt überreichte als Abschiedsgeschenk an Jürgen Brandt das Modell eines Feuerwehr-Oldtimers. Vorn steht Benjamnin Boyken.
Fördervereinsvorsitzender Arno Brandt überreichte als Abschiedsgeschenk an Jürgen Brandt das Modell eines Feuerwehr-Oldtimers. Vorn steht Benjamnin Boyken. Foto: Ingo Freihorst

Kamern - Zwei junge Apfelbäume auf der Wiese vorm Kamernschen Gerätehaus werden in den nächsten Jahren – so sie denn gut gepflegt werden – vom Wehrleiterwechsel in Kamern künden. Es war zugleich ein Generationswechsel in der Leitung, wie Dienstherrin und Verbandsgemeindebürgermeisterin Steffi Friedebold bei der offiziellen Amtsübergabe im Kamernschen Gerätehaus betonte. Dazu hatte sich mit Uwe Engel und Kai Völkel auch die Wehrleitung der Verbandsgemeinde eingefunden.

Wegen der Pandemie konnte die offizielle Amtsübergabe erst jetzt stattfinden. Und wegen dieser widrigen Umstände wurde der Wehrleiter erstmals per Briefwahl bestimmt. Benjamin Boyken, der seit 1997 aktives Mitglied der Wehr ist und seit 2006 mit einer Unterbrechung die Jugendwehr geführt hatte, ist nun Ortswehrleiter. Die gute Nachwuchsarbeit trägt also auch in Kamern Früchte. Stellvertreter bleibt weiterhin Volkmar Böhm, es ist seine dritte Amtszeit.

Über 20 Jahre in der Wehrleitung tätig

Mit Jürgen Brandt geht ein Wehrleiter von Bord, welcher zwölfeinhalb Jahre den Kurs der Kamernschen Feuerwehr entscheidend mitbestimmt hatte. Zuvor war er bereits acht Jahre lang Stellvertreter gewesen. Im kommenden April erreicht er das Rentenalter, darum kandidierte er bei der Wehrleiterwahl nicht noch einmal für dieses wichtige Ehrenamt. Doch wird er der Wehr und ihrem Förderverein weiterhin erhalten bleiben – ab dem kommenden Frühjahr dann in der Alters- und Ehrenabteilung.

Steffi Friedebold erinnerte in ihren Abschiedsworten an einige Stationen Jürgen Brandts: Seine erste Wahlperiode begann im Januar 2009, sechs Jahre später folgte dann die Wiederwahl. Seit 1968 war er Mitglied der Feuerwehr, seit 1995 wieder zurück in Kamern. Prägendes Ereignis war die Flutkatastrophe im Juni 2013. Unter Jürgen Brandts Leitung wurden Löschangriffe und diverse Wehrjubiläen ausgerichtet sowie die Partnerschaft zur Wehr in Clenze weiter aufrechterhalten. Der Kamernsche Ex-Wehrleiter habe viel Zeit ins Ehrenamt investiert, sei immer kompetent und einsatzbereit gewesen. Sie als Bürgermeisterin will dafür sorgen, dass alle Aktiven gute Bedingungen vorfinden – „wir versuchen unser Bestes“. Doch können leider nicht immer alle Wünsche erfüllt werden.

Ehrenamt wird zu wenig gewürdigt

Auch bei seinem Abgang nahm der scheidende Wehrleiter kein Blatt vor den Mund: Noch immer harre das Gerätehaus seiner Trockenlegung, welche eigentlich bereits im Vorjahr geplant war, kritisierte er. Zudem werde seiner Meinung nach von der Politik das Ehrenamt nicht ausreichend gewürdigt – man sollte das doch bei der Höhe der Rente berücksichtigen.

Abberufen wurde Jürgen Brandt mit Urkunde und Präsentkorb, dazu gab es stehenden Applaus von den Anwesenden. Danach beauftragte Verbandsgemeindewehrleiter Uwe Engel den neuen Wehrleiter Benjamin Boyken mit der befristeten Wahrnehmung dieses Ehrenamtes – in spätestens zwei Jahren muss dieser die dazu nötige Qualifikation nachgeholt haben.

Die neue Wehrleitung werde einige Änderungen am Dienst- und Ausbildungskonzept vornehmen, kündigte Benjamin Boyken an. Ein Dankeschön ging an den alten Wehrleiter, froh ist Benjamin Boyken zudem, dass Volkmar Böhm weiter sein Ehrenamt ausübt. Gemeinsam hatten sie einst die Jugendwehr aufgebaut, jetzt trage dies Früchte.

Zuletzt bedankte sich Jürgen Brandt bei allen Mitstreitern der Wehr und ihres Fördervereins. Auch er war einst über die Jugendwehr hinzugestoßen, der damalige Wehrleiter Heinz Kuhl hatte diese ins Leben gerufen.