Kamern l „Ding-Dong!“ Wie auf einer echten Berufsfeuerwehrwache wurde auch der Kamernsche Nachwuchs mit einem Gong-Ton zu den Einsätzen alarmiert. Und wie im realen Leben gab es zu jedem Einsatz auch ein Alarm-Fax mit den Angaben zu den Einsatzkräften, der Einsatzart und dem Ort.

Aktuell arbeiten in der seit August von Thomas Knebel geleiteten Jugendwehr neun Kinder und Jugendliche mit. Verstärkt wurden sie beim inzwischen schon dritten „Berufsfeuerwehrtag“ durch zwei ehemalige Mitglieder, welche als Gruppenführer fungierten.

Sechs Einsatze absolviert

In den anderthalb Tagen standen immerhin sechs Einsätze auf dem Plan, welche in etwa das Einsatzspektrum der Feuerwehren abbildeten. Natürlich waren sie alle so gestaltet, dass eine Gefährdung des Nachwuchses dabei ausgeschlossen war. Wie gleich beim ersten Einsatz, einer Personenrettung nach einem Verkehrsunfall. Das arg schwere Scher- und Spreizgerät wurde dabei natürlich von den Aktiven bedient, sie zeigten am Kinozelt, wie damit ein verunglücktes Auto bearbeitet werden kann. Der eingeklemmte Verunglückte war ein Dummy, welcher unter Anleitung des Aktiven und Sanitäters Johannes Ebel – er ist zugleich stellvertretender Jugendwart – versorgt wurde.

Eine technische Hilfeleistung stand im Anschluss auf dem Plan: Es ging mit beiden Einsatzfahrzeugen nach Hohenkamern, wo eine Straßensperre in Form einer verlorenen Holzladung zu beseitigen war.

Brand war rasch gelöscht

Zum Betriebsgelände der ehemaligen Firma Geka führte nach dem Mittagessen der dritte Einsatz. Hier musste ein Brand gelöscht werden – die Flammen loderten in einer Schale. Mit den eingesetzten vier Strahlrohren war der Brand natürlich rasch unter Kontrolle.

Unterstützung von außerhalb musste hingegen beim vierten Einsatz angefordert werden. Eine Katze saß auf dem Schornstein der einstigen Schulküche, unten standen Andrea und Johann Leue und diskutierten heftig: Der Pudel habe seine Katze auf den Schornstein gejagt und wo denn wohl die Feuerwehr bleibe! Anna Gierke von der Jugendwehr kümmerte sich um den erregten „Katzenbesitzer“, die anderen entschlossen sich, die Drehleiter anzufordern. Denn darauf sollte der Nachwuchs schon von selber kommen, meinte Thomas Knebel als Beobachter. Er hatte natürlich vorgesorgt und die Drehleiter aus Klietz vorab organisiert – deren Maschinisten mussten ja zuvor auch die Plüschkatze auf den Schornstein bringen.

Während Benjamin Telschow den Leiterpark am Pult von unten bediente, stand mit Denis Ulrich ein weiterer erfahrener Klietzer Maschinist im Automatik-Korb. Mit hinein stiegen Emily Wienecke und Tim Strawinski von der Jugendwehr. Letzerer hatte am Helm eine Kamera angebracht, welche den Einsatz filmte. Das geschah auch bei allen anderen Einsätzen, in den Pausen zwischendurch wurden die Aufnahmen schon mal im Versammlungsraum der Feuerwehr angeschaut.

Zu den weiteren Einsätzen gehörten das Ausleuchten einer Einsatzstelle sowie ein Waldbrand am Kino. Jeder Einsatz wurde im Anschluss vom „Gruppenführer“ ausgewertet. Übernachtet wurde im Gerätehaus, die Feldbetten stellte die Feuerwehrtechnische Zentrale aus Arneburg zur Verfügung. „Es war wieder eine sehr gelungene Aktion“, resümierte der Jugendwart am Ende – und dankte allen Helfern.