Havelberger Polizei schaut auf das Verkehrsunfallgeschehen des Jahres in der Region

Besorgniserregend: Alkoholisierte Fahrer verursachen gleich sieben Verkehrsunfälle

Von Dieter Haase

Was sich bereits zum Halbjahr 2011 abzeichnete, hat sich auch nach Ablauf des dritten Quartals bestätigt: Die Zahl der Verkehrsunfälle in der Region um Havelberg ist rückläufig.

Havelberg l Im Zuständigkeitsbereich des Havelberger Revierkommissariats - es erstreckt sich von Vehlgast bis Neuermark-Lübars und weiter bis Schollene - haben sich bis Ende September 39 Verkehrsunfälle weniger ereignet als im gleichen Vorjahrszeitraum. Die Havelberger Polizei führt das in erster Linie auf den starken Rückgang der winterbedingten Glätteunfälle zum Jahresbeginn zurück. 2010 waren es 41, 2011 nur fünf. "Insgesamt sprechen wir damit von 292 Verkehrsunfällen im laufenden Jahr", klärt Polizei-Hauptkommissar Ralf Würpel, Leiter des Havelberger Revierkommissariats, auf. "Und damit immer noch von jeder Menge Verkehrsunfällen zu viel", macht er deutlich. Dazu zählt er zum Beispiel die 21 Unglücke auf den Straßen der Region - sechs davon endeten an Bäumen -, bei denen Menschen zu Schaden gekommen sind. "Insgesamt wurden dabei 24 Frauen und Männer verletzt, davon sieben schwer." Bei einem Zusammenstoß von Fahrrad und Lkw in der Ortslage Kamern war gar eine getötete Person zu beklagen.

Als besorgniserregend sieht Ralf Würpel den Anstieg der unter Alkoholeinfluss verschuldeten Verkehrsunfälle an. Fiel unter diese Ursache im Jahr 2010 nicht ein Vorkommnis, so verzeichnet die Statistik des Jahres 2011 bis zum 30. September gleich sieben solcher Fälle: fünf Pkw- und zwei Mopedfahrer. Ein Grund für die Polizei, im Rahmen ihrer Kontrolltätigkeit verstärkt auf die Fahrtüchtigkeit der Fahrzeugführer zu achten. Deutlich angestiegen sind außerdem die Vorkommnisse beim Wenden und Rückwärtsfahren (von 26 auf 35), wobei es sich zumeist um Vorfälle auf Parkflächen handelte, und bei Vorfahrtsdelikten (von acht auf 14). "Summa, summarum haben sich an Kreuzungen und Einmündungen insgesamt 30 Verkehrsunfälle ereignet", hat der Polizei-Hauptkommissar zusammengezählt.

Den Hauptanteil am Verkehrsunfallgeschehen machen jedoch nach wie vor die Zusammenstöße mit Tieren des Waldes aus: mit Rehen, Wildschweinen, Hasen, Füchsen, Waschbären undsoweiter. "Die Quote liegt bei 48 Prozent", berichtet der Leiter des Revierkommissariats, "und liegt damit etwas besser als im Vorjahr, als sie noch über 50 Prozent betrug." Wo es besonders häufig zu Wildunfällen kommt? "Örtliche Schwerpunkte zu benennen, fällt mir schwer, denn eigentlich ist die gesamte B 107 im Bereich ein großer Schwerpunkt. Ebenso die Landstraße in Richtung Schollene, die Landstraße in Richtung Kümmernitz, die Kreisstraße zwischen Schollene und Klietz sowie die Dammstraße von Klietz in Richtung Hohengöhren Damm", zählt Ralf Würpel auf. Zu erhöhter Aufmerksamkeit rät er Kraftfahrern jedoch auf der B 107 zwischen Hohengöhren und Klietz sowie zwischen Sandau und Havelberg.