Schönhausen l  Nachdem die beiden Häuser inklusive Touristinfo wegen nicht geklärter Personalfragen ein halbes Jahr geschlossen waren, klappen die Türen nun wieder dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr – trotz der Corona-Einschränkungen sogar ziemlich oft.

Obwohl Bildungsveranstaltungen derzeit aufgrund der pandemiebedingten Auflagen nicht stattfinden, war die Besucherzahl im Juni so hoch wie im Juni 2019 mit großem Programm. „Das freut uns für den historischen Ort! Coronabedingt hat sich das Reiseverhalten stark verändert. Statt in ferne Länder zu fahren, reisen viele Leute durch Deutschland. Entsprechend hoch ist die Zahl von Gästen in unserem Museum.“ Andrea Hopp als Leiterin der Otto-von-Bismarck-Stiftung Schönhausen zieht ein erstes positives Fazit nach dem Lockdown. Im Notbetrieb befand sich die historisch-politische Bildungsstätte samt Museum allerdings bereits seit Mitte vergangenen Jahres. Da nämlich endeten zwei Fördermaßnahmen, über die die Gemeinde Schönhausen den Museumsbetrieb normalerweise aufrechterhält. Nach intensiven Verhandlungen erklärte sich das Land Ende letzten Jahres bereit, bis Ende 2020 zusätzlich zur Stelle der Museumspädagogin auch noch eine Museumsaufsicht zu finanzieren. Die Mittel hierfür stehen seit 1. Juli zur Verfügung.

Vertrag regelt, wie es ab 2021 weitergeht

Wie es ab kommendem Jahr weitergeht, wird zwischen den Kooperationspartnern abgestimmt, und zwar im neu auszuhandelnden Kooperationsvertrag der vier Partner. Die Bismarck-Stiftung finanziert die Leiterin Andrea Hopp, das Land die Museumspädagogin Katja Gosdek, der Landkreis stellt als operative Mittel 5000 Euro zur Verfügung und die Gemeinde Schönhausen übernimmt als Eigentümerin der Gebäude Gärtnerhaus und Torhaus die Betriebskosten und ist verpflichtet, das Personal für die Aufrechterhaltung des Museumsbetriebs zu stellen.

Die ausgeschriebene Stelle einer Museumsaufsicht wurde mit Christiane Schramm besetzt. Sie verfügt über viel Erfahrung und ist bereits gut eingearbeitet. Denn 2009 und 2010 war sie in einer Fördermaßnahme im Museum beschäftigt und seit 2015 übernahm sie als Honorarkraft an Wochenenden Museumsführungen. Deshalb kennt sie sich sowohl mit den Arbeitsabläufen vor Ort als auch mit der Bismarck-Geschichte gut aus.

Seit 1. Juli sind Museum und Touristinfo dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet, dienstags deckt Katja Gosdek die Öffnungszeiten ab, den Rest der Woche ist Christiane Schramm da. Vertretungsweise steht Rita Heidensohn weiterhin als Honorarkraft zur Verfügung. Und sobald wieder Führungen stattfinden können, sind auch Heidemarie Voigt, Edeltraut Jeske und Katharina Handke wieder mit im Team.

Vorerst keine Führungen

Bedauerlich sei, dass aufgrund der Abstandsregeln in den kleinen Räumlichkeiten vorerst keine Vorträge stattfinden können und sich daher die historisch-politische Bildungsarbeit als Hauptanliegen der Stiftung nicht wie üblich umsetzen lässt. „Aber wir sind optimistisch und haben Phantasie“, macht Andrea Hopp neugierig. Katja Gosdek arbeitet an Lösungen für Führungen nicht im, sondern vor dem Museum. Der Rundgang durch die Ausstellung ist nur mit Mund-Nasen-Schutz gestattet, Gäste müssen ein Kontaktformular ausfüllen, und Führungen von Gruppen sind bedingt durch die kleinen Ausstellungsräume und der somit nicht zu gewährleistenden Sicherheitsabstände derzeit noch nicht möglich.

„Deshalb beschreiten wir neue Wege, um auf die einzigartige Sammlung von Museumsobjekten am Geburtsort Otto von Bismarcks aufmerksam zu machen“, erklärt die Stiftungsleiterin. „Zu den Objekten aus dem allerersten Bismarckmuseum, 1891 hier in Schönhausen eröffnet, gibt es noch viele bislang unbekannte Geschichten zu erzählen. Bei unseren Recherchen entdecken wir immer wieder Neues – das macht den Besuch auch für diejenigen Geschichtsinteressierten spannend, die schon hier waren.“

Dieser intensive Blick auf ausgewählte Objekte soll über verschiedene Medien zugänglich gemacht werden. „Über unsere Homepage beispielsweise erreichen wir ein geschichtsinteressiertes Publikum von weit her, bei dem wir den Wunsch wecken, in Schönhausen auf Spurensuche zu gehen“.