Wulkau l Brandgestank liegt in der Luft. Und wird es wohl auch noch lange bleiben. Nach dem verheerenden Feuer am 11. September auf ihrem Firmengelände steht das Leben von Helmut und Doris Schneider in Wulkau auf dem Kopf. Von ihrem vom Brand zum Glück verschont gebliebenen Wohnhaus aus schauen sie täglich auf die Verwüstungen gleich nebenan, die das Feuer, das ein technischer Defekt an der Elektroanlage auslöste, angerichtet hat: hinüber zu den Lager- und Wirtschaftsräumen, zum Heizungsraum, zu den Büroräumen.

Über das Dach kommend, haben die Flammen hier überall immensen Schaden angerichtet. Nichts ist mehr zu gebrauchen. Zwei Waschmaschinen, zwei Tiefkühltruhen, ein Trockner, die erst zwei Jahre alte Heizungsanlage, die gesamte Bürotechnik, etliche Ordner mit Akten sowie auch Wäsche und Geschirr für das Gästehaus der Schneiders gehören unter anderem dazu. Betroffen ist zudem eine große Sammlung von Zollstöcken aus der ganzen Welt von Helmut Schneider – insgesamt 3716 Stück – , die durch das Löschwasser unbrauchbar geworden ist. Die Zerstörung der Heizungsanlage hat zudem Folgen: Das Wohnhaus kann nicht beheizt werden, und es steht dadurch auch kein Warmwasser mehr zur Verfügung.

Untersuchungen noch im Gange

Noch ist alles so, wie es sich nach dem Ende der Löscharbeiten zeigte. Denn die Versicherungen haben ihre Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. „Deshalb steht die Schadenssumme noch nicht fest“, sagt Doris Schneider. Es dürfte aber wohl ein sechsstelliger Betrag zusammen kommen. „Wir können erst mit dem Aufräumen anfangen, wenn die betroffenen Räumlichkeiten wieder freigegeben sind.“

Arbeit muss weiter gehen

Schier unendliche Schreibarbeiten und auch Telefonate machen sich Tag für Tag wegen der Brandschäden erforderlich. „Wir haben beide den Kopf bis oben hin voll und könnten Hilfe gebrauchen“, so Doris Schneider. Und zwar nicht nur dabei. Denn trotz der Brandkatastrophe muss die Arbeit in der Firma weitergehen. Lange Ausfallzeiten kann sich kein kleiner Handwerksbetrieb leisten.

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Dankbar für erste Hilfe

Dankbar sind Schneiders für erste Hilfen: von der Firma Schütte aus Stendal, die umgehend einen Bürocontainer zur Verfügung stellte, von Peter Franke (EDV-Technik), von Elektriker Martin Will, von der Verbandsgemeinde (zwei Regale), von Sven Bünger (Schreibtisch, Bürostuhl), von Andreas Weiß (Büromaterialien), von Sven Wuttke (Telefon), von Mario Marx und anderen Leuten. Zu denen auch ein Brasilianer gehört, der längere Zeit im Gästehaus der Schneiders wohnte. Er bestellte über einen Internethandel einen Schreibtischstuhl.