Klietz l Die Kosten tragen die Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land als Träger der Schule und auch die Gemeinde als Eigentümer.

 Da gab es keine Diskussion! Alle Klietzer Gemeinderäte stimmten für die Ausgaben in Höhe von 52.110 Euro. Auch wenn das für eine Gemeinde, die keinen ausgeglichenen Haushalt aufstellen kann, viel Geld ist, werden die Mittel hier investiert. Denn der Gemeinderat will damit auch ein Zeichen setzen, dass ihm die Schule äußerst wichtig ist. „Das ist gut angelegtes Geld“, sagte Peter Handrik. Jens Meiering hätte den Inhalt des Beschlusses gern schon mal vorher besprochen, um sich mit der Problematik umfassender auseinandersetzen zu können. „Vielleicht sollten wir ja auch einen Kredit aufnehmen“, warb er darum, den Beschluss um zwei Wochen zu vertagen. Torsten Peters mahnte, dem Beschluss jetzt zuzustimmen, „wir müssen sofort reagieren, sonst könnte die Schule zeitnah auch geschlossen werden, weil die Auflagen nicht erfüllt sind. Wir haben keine Zeit zu warten“. So stimmten dann auch alle ohne zu zögern dafür.

Genehmigung nur mit Auflagen

Zuvor hatte Bauamtsmitarbeiter Rainer Linnecke etwas zu den Gründen und der Gesamtfinanzierung nur für die Grundschule Klietz von immerhin gut 212.000 Euro erläutert.

52 Prozent des Objektes werden als Schule genutzt, 9,2 Prozent sollen als Nutzung für den Hort bis zum Sommer dazu kommen, 15 Prozent sind an das Bauamt vermietet und 23,6 Prozent stehen leer.

Als das Bauamt im Sommer letzten Jahres eingezogen ist, musste im Vorfeld bei der Bauordnungsbehörde eine Nutzungsänderung beantragt werden. Diese stand in unmittelbarem Zusammenhang mit der Notwendigkeit des Umzuges des Horts aus dem Gebäude der Kindertagesstätte ins Schulgebäude. In Abstimmung mit dem Landkreis wurde dem Umzug des Bauamtes der Verbandsgmeiende zugestimmt, da das Sandauer Rathaus dringend zu räumen war. Allerdings erfolgte dies mit dem Hinweis, dass die brandschutztechnischen Forderungen zeitnah umgesetzt werden müssen. Sonst droht dem gesamten Gebäude der Entzug der Betriebserlaubnis.

Fertig bis zum Sommer, damit Hort umziehen ka

Auch wenn es keine großen baulichen Veränderungen geben wird, so müssen doch diverse technische Maßnahmen vollzogen werden, die sich finanziell summieren. Der Verbandsgemeinde kommt das im letzten Herbst vom Land auferlegte Programm zur Förderung der Schulinfrastruktur für finanzschwache Gemeinden zugute. Die Fördermittel sollen auch in die anderen Schulen des Elbe-Havel-Landes fließen, noch wartet man auf eine Zusage. Immerhin sind es 90 Prozent der Kosten, die gefördert werden. Sicherheitsbeleuchtung, Rauchableitung aus den Treppenräumen, die Komplettierung der Rauch- und Brandschutztüren, Bodenbeläge und Wandbekleidungen gehören zu den Dingen, die abzuarbeiten sind.

Mit dem Beschluss der Gemeinde Klietz kann die Verbandsgemeinde die Planung nun voran treiben. Viel Zeit ist nicht mehr, denn bis zum Sommer soll alles realisiert sein. Denn dann muss der Hort aus dem Kindergarten hierhin umziehen. Das ist wiederum Voraussetzung dafür, dass die Schönhauser Kindergartenkinder aus ihrem Spatzennest ausziehen, weil hier die Sanierung des künftigen Hortes beginnen muss, um den Zeitplan für die Inanspruchnahme der Fördermittel einzuhalten.

Sorge, weil 2. Klasse sehr groß ist

Die Schule hatte auch zuvor in der Einwohnerfragestunde eine Rolle gespielt. Auch wenn der Gemeinderat dafür nicht zuständig ist, wandte sich eine Mutter mit einem Hinweis an das Gremium. Es geht um die 2. Klasse der örtlichen Grundschule, die mit 29 Kindern nach den Winterferien äußerst groß ist. In der 1. Klasse waren die Kinder noch in A und B aufgeteilt, in der 2. Klasse wurden sie zusammengelegt. „So eine große Klasse ist nahezu unzumutbar. Die Lehrerin kann kann bei so vielen Kindern gar nicht individuell auf jeden eingehen.“

Für diese Sorge zeigten die Ratsmitglieder Verständnis. Bürgermeister Hermann Paschke versprach, umgehend mit Bürgermeisterin Steffi Friedebold zu reden, denn die Verbandsgemeinde ist der Träger der Einrichtung.

Die Schule betreffend wandte sich auch Göran Fenn während der Einwohnerfragestunde an den Rat und regte an, einen Arbeitskreis zur Schule zu bilden. Vor dem Hintergrund, dass die Schulentwicklungsplanung nun diskutiert werde, sollte man nicht auf Entscheidungen anderer warten, sondern überlegen, wie man die Klietzer Einrichtung selbst noch attraktiver gestalten und somit stärken kann.