Havelberg/Breddin l Das Datum 28. September 2020 steht für die Begründung einer Patenschaft zwischen der Gemeinde Breddin und der oben genannten Bundeswehr-Einheit. „Als Ergebnis des gemeinsamen Willens der Bürger unserer Gemeinde und der Soldaten“, würdigte der Breddiner Ortsbürgermeister Reinhard Neumann den Akt der Unterzeichnung der Patenschaftsurkunden, der in der Breddiner Kindertagesstätte „Zwergenland“ stattfand. Zwei Kindergruppen gratulierten dazu anschließend mit einem kleinen Ständchen.

Die Patenschaftsurkunde trägt folgenden Wortlaut:

„Mit dieser Patenschaft soll eine menschlich starke, tragfähige Bindung geschaffen werden. Sie soll durch lebendige Gestaltung die Integration der Soldaten in der Gesellschaft fördern und Basis für den zukünftigen vertrauensvollen Austausch und das konstruktive Miteinander zwischen der Gemeinde und der Kompanie sein.“

Ein Drittel ist in Brandenburg zu Hause

Die 4. Kompanie ist – völlig unabhängig vom Panzerpionierbataillion 803 – seit fünf Jahren in Havelberg stationiert, die Patenschaft mit der Gemeinde Breddin soll nun „über viele Jahre wachsen. Wir wollen uns nicht nur in der Kaserne heimisch fühlen, sondern auch in dieser kleinen brandenburgischen Nachbargemeinde“, nannte der Kompaniechef Major Stephan Muhsahl einen großen Wunsch seiner Einheit. Ein gutes Drittel des Personalbestandes der Kompanie ist im Land Brandenburg zu Hause.

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Teilnahme an Veranstaltungen

„Einige Soldaten der Kompanie haben hier ihren Nachwuchs im Kindergarten. Aus dem Grund haben wir die Einrichtung schon länger unterstützt“, berichtet Stephan Muhsahl. Daraus sei dann letztlich die Idee entstanden, eine Patenschaft zu entwickeln. Und zwar gleich mit der ganzen Gemeinde, wobei die Soldaten insbesondere ihre Unterstützung in die Kindertagesstätte und in die Grundschule einbringen wollen. Andererseits aber natürlich auch für die Belange der Gemeinde selbst.

Was die beiden Kindereinrichtungen angeht, sollen der 4. Kompanie zum Beispiel regelmäßig deren Veranstaltungshöhepunkte zugeleitet werden, damit sich Soldaten an einigen dieser dann auch aktiv beteiligen können.

Das Datum 29. September 2020 steht für einen ganz anderen besonderen Anlass. Nämlich für die Übergabe der 4. Kompanie an einen neuen Kompaniechef. Drei Jahre lang – exakt 1099 Tage, wie er ausrechnete – hatte Major Stephan Muhsal dieses Amt inne. Am Dienstag verabschiedete er sich im Rahmen eines Appells auf dem Wasserübungsplatz in Nitzow von seinem 249 Mann (und Frau) starken Personalbestand, wobei er zur Begrüßung die Worte „Meine liebe 4.“ wählte. Denn, wie er in seiner Abschiedsrede weiter ausführte: „Ich kann mit absoluter Bestimmtheit sagen, dass ich mit dieser Kompanie das allerbeste Los gezogen habe. Ich sagte es oft: Die einzige Heeres-Logistikeinheit in meinem Heimat-Bundesland zu führen, hat mich von Tag eins an stolz gemacht – und das hat sich auch nach 1099 Tagen nicht geändert. In dieser Kompanie ist Qualität drin.“ Äußerst lobend sprach sich der scheidende Kompaniechef über die Panzerpioniere in der Kaserne aus. „Sie gaben und geben uns stets das Gefühl, dass wir hier in Havelberg ein Standort sind und dass die Versorger zu 100 Prozent dazugehören.“

Stephan Muhsal stellt sich nun einer neuen Aufgabe im Panzerbataillon 203 der Pionierbrigade 21 in Augustdorf in Nordrhein-Westfalen.

Drei Wochen lang eingearbeitet

Des Majors Nachfolger ist Hauptmann Filip Wolfram geworden. Er ist aus dem Gefechtsübungszentrum Letzlingen nach Havelberg gekommen und freut sich sehr auf seine erstmalige Verwendung als Kompaniechef. „Der eine ‚Alte‘ geht und der neue ‚Alte‘ kommt“, formulierte es witzigerweise der Bataillonskommandeur des Versorgungsbataillons 142 in Hagenow, Oberstleutnant Timo Bogolowski, der den Akt der Übergabe der Kompanie leitete. Major Muhsal übergab dem Vorgesetzten mit dem Kompaniewimpel symbolisch das Kommando über die 4. Kompanie; der Oberstleutnant reichte den Wimpel und das Kommando anschließend weiter an Hauptmann Wolfram. Damit begann für diesen Tag eins als neuer Chef der Einheit.

Filip Wolfram hat sich seit gut drei Wochen an der Seite von Stephan Musahl in seine neue Aufgabe eingearbeitet. Und sich eine Wohnung in Havelberg genommen. Denn der Weg zur Familie ist nicht der kürzeste. Sein Wohnort befindet sich in der Nähe von Quedlinburg.