Havelberg/Nitzow l An die 6000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind vom Havelbiwak der Havelberger Bundeswehr auf dem Pionierübungsplatz in Nitzow angezogen worden. Im Vorjahr waren es über 5000 Besucher. Aus allen Richtungen kam die Schar der Besucher. Der für die mit dem Auto Anreisenden in der Elb-Havel-Kaserne zur Verfügung gestellte Parkplatz war voll ausgelastet; zugeparkt zeigten sich auch die Seitenrandbereiche an der Landesstraße zwischen Nitzow und Quitzöbel – obwohl Verbotssschilder das eigentlich gar nicht gestatteten. Das Interesse für den Havelbiwak war riesengroß.

Vieles zum Entdecken

Die Bundeswehrangehörigen aus allen Einheiten in der Elb-Havel-Kaserne boten den Gästen auf dem Pionierübungsplatz in Nitzow jede Menge zum Entdecken. Dynamische Vorführungen zu Land und zu Wasser gehörten dazu, eine Unterwassersprengung und eine Technikschau von Pionierfahrzeugen aller Art, an der sich auch wieder der Sanitätszug aus Havelberg beteiligte. Besonders gern angenommen wurden zudem Rundfahrten mit dem Transportpanzer, Motorboot-, Schlauchboot- und Fährenfahrten. Die Soldatinnen und Soldaten des Bundeswehr­standortes Havelberg stellten hier ihre fachliche Kompetenz und Einsatzbereitschaft den Gästen eindrucksvoll unter Beweis.

Ganz ohne ein „besonderes Vorkommnis“ ging die Veranstaltung in diesem Jahr aber nicht über die Bühne. Schätzungsweise über tausend Zuschauer waren Augen- und Ohrenzeugen, als der Sicherheitsoffizier beim Unterwassersprengen, Oberweldwebel Christian Knoll, plötzlich mit einem lauten „Stopp! Ich habe ernsthafte Sicherheitsbedenken!“ den Verlauf der Vorführung unterbrach. Aus welchem Grund, gab er zunächst nicht bekannt und rief damit große Spannung hervor. Bis er seine Lebenspartnerin Marijka Rashek aus dem Publikum zu sich rief, sie in den Arm nahm und küsste, vor ihr aufs Knie fiel und ihr einen Heiratsantrag machte. Dann nahm er wieder das Mikrofon an sich und verkündete für alle lautstark: „Sie hat Ja gesagt!“ Noch lautstärker gestaltete sich der anschließende Beifall des Publikums für diese nicht erwartete Einlage. Danach konnte die Sprengvorführung fortgesetzt werden.

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Überraschung ist gelungen

„Ich bin noch total aufgeregt, vor so vielen Leuten und dazu bei einer Unterwassersprengung habe ich nicht im geringsten mit einem solchen Antrag von Christian gerechnet“, gestand seine Marijka hinterher. „Die Überraschung ist ihm wirklich gelungen. Daran werden wir uns unser ganzes Leben lang immer wieder gerne erinnern.“ Seit etwas über zwei Jahren sind sie übrigens ein Paar und leben gemeinsam in Sandau. Nun können die beiden auch mit den Hochzeitsplanungen beginnen.

Im nächsten Jahr gerne wieder dabei

Annelie Mertens aus Schönfeld war froh, „zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen“ zu sein. „Das hätte ich nicht verpassen wollen“, sagte sie. „So etwas erlebt man schließlich nicht alle Tage.“ Die Schönfelderin war mit ihrem Mann, mit Sohn und Enkel zum Havelbiwak nach Nitzow gekommen. „Schon wegen der Kinder. Denn hier gibt es so viele interessante Angebote praktisch für jedes Alter. Auch ich bin sehr erstaunt über all das, was die Soldaten hier so aufgefahren haben.“ Eigentlich hatte die Familie sich den Besuch auf dem Wasserübungsplatz schon für das letzte Jahr vorgenommen. „Aber wie das so ist, kam dann wieder etwas dazwischen.“ Aber für 2020 soll der Termin des Havelbiwaks nun schon fest vorgemerkt werden.