Schollene/Sandau l Die Situation ist deshalb auch vorsichtig optimistisch. Im Sandauer Heim ist die Lage nicht so entspannt. Fast alle der 58 Bewohner des Sandauer Heimes haben sich mit dem Virus infiziert, etliche sind wieder gesund, andere haben leichte derzeit aber auch schwere Verläufe, berichtet Leiterin Cerstin Franke auf Volksstimme-Nachfrage. Gleich zum Anfang waren zwei Bewohner mit Vorerkrankungen verstorben. Mehr als die Hälfte der Pflegekräfte hat sich angesteckt, erste Gesundete sind zurück im Dienst. Weil es mit nur halbem Team schwer fällt, den Alltag zu meistern, hatte Cerstin Franke auf Hilfe von der Bundeswehr gehofft. Einen entsprechenden Antrag hatte sie beim Landratsamt gestellt, „leider gab es keine Rückinfo“, bedauert sie vor allem mit Blick auf die Havelberger Soldaten, die in anderen Einrichtungen helfen.

Einverständnis auch von gesetzlichen Betreuer

Im Schollener Seniorenheim, wo die Erleichterung über coronafrei groß ist, war am Montag das Impfteam des Landkreises im Einsatz. „Wir sind sehr dankbar, als eine der ersten stationären Pflegeeinrichtungen im Landkreis Stendal die Impfung zu erhalten und somit die Chance zu haben, bald wieder ein normales Leben führen zu können“, erklärt Leiterin Marika Jaworsky. „Mit Hilfe der Kombination aus Impfung und den weiteren Schutzmaßnahmen wie dem Tragen von FFP2-Masken im Bewohnerkontakt oder den Schnelltests vor allem auch bei den Besuchern des Hauses bemühen wir uns um einen ,sicheren‘ Ort für unsere Bewohner und Mitarbeiterinnen.“ Fast alle Bewohner und und auch rund 60 Prozent der Pflegekräfte haben sich impfen lassen, „die Bereitschaft dazu war groß und ist gerade in den letzten Tagen mit dem Anstieg der Zahlen in der Region noch einmal größer geworden. Bei denen, die nicht geimpft wurden, sprachen zumeist medizinische Gründe dagegen.“

Im Vorfeld hatte das Heim intensive Vorarbeit geleistet, mit allen Senioren und gesetzlichen Betreuern gesprochen und das Einverständnis zum Impfen eingeholt.

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Das Impfteam mit insgesamt acht Mitarbeitern hatte gestern etwas länger als geplant bis zum Nachmittag zu tun, werden doch nicht nur die Spritzen gesetzt, sondern auch Gespräche geführt und ausführliche Dokumentationen vorgenommen. „Alles lief ruhig und sehr harmonisch ab. Vielen Dank an dieser Stelle an die Ärztin Dr. Susanne Netal und an das ganze Impfteam“, sagt Marika Jaworsky. „Wir werden trotz Impfung auch weiterhin an unseren Hygienemaßnahmen festhalten, da diese in der Vergangenheit sehr gut funktioniert haben.“ Marika Jaworsky nennt dazu auch die Gesundheitspakete, die der Träger – Emvia Living GmbH – wiederholt für alle Bewohner, Angehörigen und Mitarbeitenden bereitgestellt hat. Darin enthalten sind unter anderem FFP2-Masken und Desinfektionsmittel.

In drei Wochen ist das Impfteam dann wieder vor Ort, um allen die zweite Dosis zu verabreichen.