Sandau l Die ersten Teile der Deichscharte, durch welche nach deren Fertigstellung die Nutzer der Sandauer Elbfähre fahren werden, wurden kürzlich betoniert. Dazu wurde spezieller Wasserbaubeton verwandt, sozusagen die „Königsklasse“ unter den Betonmischungen. Antransportiert wurde dieser aus Stendal. Bevor die feuchte graue Masse verarbeitet werden konnte, wurde sie von Fachleuten aus Lüneburg noch akribisch geprüft.

Insgesamt 40 Kubikmeter Beton wurden für die vier Fundamente und den Querbalken auf der Fahrbahn verarbeitet. Ein Fahrzeug lieferte jeweils sechs Kubikmeter an. Später werden dann auch noch die Wände der Deichscharte betoniert, dazu muss der Fundament-Beton aber erst ausgehärtet sein.

Deichtrasse etwas verschwenkt

Die Scharte wird an der Stelle errichtet, wo sich einst das gelbe Ortseingangsschild befand. In dem Bereich fällt der Deich bereits wieder ab, weshalb die Scharte nötig wurde. Da der Hochpunkt der Fähr-überfahrt erhalten blieb, wurde die Deichtrasse für den Schartenbau etwas verschwenkt.

Die künftige Durchfahrtsbreite ist 50 Zentimeter breiter als die Fahrbahn – somit ist hier auch weiterhin Begegnungsverkehr möglich, informierte Marco Schirmer vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz als Bauherr.

Die Scharte wird bei extremen Hochwassern etwa 70 Zentimeter hoch mit Dammbalken verschlossen. Diese werden auf dem städtischen Bauhof eingelagert. Links und rechts neben der Scharte befinden sich Spundwände im Erdreich, so dass hier kein Wasser durch den Deich dringen kann.

Nach dem Betonieren müssen noch die Anschlüsse an den Deich hergestellt werden, dann wäre der 700 Meter lange nördliche Bauabschnitt in der Ortslage fertig. Hier erhielt der Wall – ebenso wie danach im 800 Meter langen Südbereich bis hin zum Altenheim – auf der wasserseitigen Deichkrone eine etwa einen halben Meter hohe Verwallung. Und wäre damit so hoch wie der bereits rückverlegte Deich im Norden sowie der Wall im Südbereich, welcher derzeit zurückverlegt wird. Diese Höhen entsprechen dem neuen Bemessungshochwasser der Elbe, was nach dem Extrem vom Sommer 2013 errechnet worden war.

Entwässerung wird zum Parkplatz hinab verlegt

Zudem wurde neben dem Parkplatz hoch zum Deich ein Graben ausgehoben – hier wird ein Entwässerungsrohr verlegt. Denn wegen des höheren wasserseitigen Walles neben dem Kronenweg entwässert der Süddeich künftig hierher. Dazu musste vorab aber noch ein Kabel umverlegt werden, was zum Fähranleger führt. Im Bereich der Überfahrt wird zudem die Fahrbahn angepasst.

Die Firma Eggers aus dem brandenburgischen Wittenberge ist nicht nur hier in der Ortslage tätig, sondern auch bei der südlichen Deichrückverlegung bis hin nach Wulkau sowie auf der angrenzenden Deichbaustelle auf Höhe Schönfeld.

Mit der ebenfalls geplanten Sanierung der jetzt ohnehin gesperrten Fährstraße dauert es allerdings noch etwas. Die Abstimmungen mit den Behörden sind erfolgt, derzeit wird das Leistungsverzeichnis erstellt, was von der Stendaler Landesstraßenbaubehörde als Bauherr zu erfahren. Dieses Vorhaben soll im April starten, genaueres zum Zeitrahmen ist aber noch nicht bekannt, da es noch keinen Vertrag mit der Baufirma gibt.