Hochwasserschutz

Deichtrasse an der Elbe ist fast komplett durchsaniert

Abschnitte an der Bahnbrücke und bei Scharlibbe werden in Kürze in Angriff genommen

Von Ingo Freihorst
Überall stehen zur Mäusebekämpfung solche Sitzkrücken für Greifvögel. Foto: Ingo Freihorst

Elbe-Havel-Land

Ein richtiges Hochwasser hat es seit der verheerenden Flut von 2013 nicht mehr gegeben, ganz im Gegenteil: In den letzten Jahren mangelte es an dem kostbaren Nass. Doch ist der Hochwasserschutz auch weiterhin wichtig, weshalb einmal im Jahr die Deiche kontrolliert werden. Und weshalb vom Land weiterhin Millionen Euro in die Ertüchtigung der Schutzwälle investiert werden.

Treffpunkt zum Auftakt der Deichschau war diesmal wegen der Pandemie nicht die Gaststätte „Zur Linde“ in Schönhausen, sondern die Deichüberfahrt in Hohengöhren in der freien Natur. Hier schwärmten die Deichschauer in zwei Gruppen aufgeteilt stromauf und stromab aus. Und noch etwas war dieses Jahr neu: Gleich drei der Deichschauer waren mit dem Fahrrad gekommen. Unter anderem auch der Gastgeber, Flussbereichsleiter Markus Schirmer vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) – allerdings unfreiwillig, er hatte sich den Zeh gebrochen.

Im Sommer ist Start an der Bahnbrücke

Nur noch wenige Abschnitte sind am Elbdeich zwischen Quitzöbel und Fischbeck zu sanieren, dann sei man komplett durch, berichtete der Flussbereichsleiter. Im Sommer soll die Deichsanierung an der Eisenbahnbrücke bei Schönhausen beginnen – hier hatte es nach Rissbildungen eine Notsicherung gegeben. Die Fertigstellung ist noch in diesem Jahr geplant. An der 1,2 Kilometer langen Baustelle nahe Scharlibbe ist im Juni Baustart, hier werden eine Spundwand eingebracht und eine Berme angebaut.

Zwischen Hohengöhren und der Fährstraße bei Neuermark-Lübars wurde fleißig gebaut, am Grundstück Prigge nahe Hohengöhren wurde gerade die zweite Schicht der Schwarzdecke aufgetragen. Das muss auch noch am Lübarser Bruch erfolgen, einem weiteren Bauabschnitt. Die Berme wird Betonspurbahnen erhalten. Die Abnahme dieser Abschnitte ist im Mai und Juni geplant. Der Abschnitt an der Fährüberfahrt wurde bereits übergeben. Stellenweise wurde die Deichtrasse auch optimiert, also begradigt.

Saniert wurde zudem der Deich auf der anderen Seite der Fährüberfahrt, dort wurde eine Spundwand eingebracht. Natürlich wurde auch hier landseitig eine Berme angetragen, weshalb der vorhandene Weg weichen musste. Ärgerlich: An beiden Enden des Weges wurden die neuen Absperrungen herausgerissen.

Sitzkrücken für biologische Bekämpfung der Mäuse

Zur biologischen Mäusebekämpfung stehen alle 200 Meter Sitzkrücken für Greifvögel am Deichweg. Einige liegen um, sie werden noch ausgewechselt. Nun wird der Holzpfahl aber nicht mehr eingegraben, sondern auf einem Metallträger befestigt – so hält das Konstrukt länger.

Saniert wird auch der Deich zwischen Schönfeld und Wulkau, in der Trasse befindet sich auch jene Stelle, wo der Deich 2013 geschlitzt wurde, damit das Deichbruchwasser wieder in die Elbe fließen konnte.

Gravierende Mängel wurden bei der Begehung nicht festgestellt: Ein Siel im Qualmpolder muss repariert werden, bei Schönhausen wurden Wühlschäden von Schweinen registriert und bei Hohengöhren gab es Fahrspuren. Ein Fuchsbau im Deich auf Höhe Klietz ist bereits bekannt und wird noch beseitigt.

Diese Weiden wurden umgesetzt, sie standen bei einer Trassenoptimierung im Wege. Drei sind angewachsen.
Foto: Ingo Freihorst
Ein neuer Hilfspegel wird an dieser Deichbaustelle am Lübarser Bruch noch anmontiert.
Foto: Ingo Freihorst