Schönhausen l Weil bei den Festen, zu denen der Schönhauser Kindergarten mehrfach im Jahr seine Türen für Besucher öffnet, meist kaum Zeit bleibt, wurden jetzt ehemalige Erzieherinnen und Mitarbeiter im Spatzennest willkommen geheißen. Bevor sie sich Kaffee und Kuchen schmecken ließen, erfreuten die Hasenkinder mit ein paar Liedern. Schnell wurde den Gästen warm ums Herz, können sie sich doch nur zu gut daran erinnern, wie sie einst selbst mit ihren Schützlingen Lieder gelernt und vor Publikum vorgetragen haben.

Erinnerungen

Eine der Ehemaligen ist Christa Jacobs, die von 1962 bis 2004 Kindergärtnerin war, 13 Jahre davon Leiterin. „Dass Schönhausen unbedingt einen neuen Kindergarten braucht, sieht man ja! Viel verändert hat sich hier nicht“, lässt sie den Blick schweifen. „Schon zu meiner Zeit hieß es, dass Modernisierungen dringend nötig sind. Aber bis jetzt wurde ja immer nur geredet.“ Sie erzählt, wie 1988 der Neubau entstand, weil es so viele Kinder gab und der Mitte der 50-er Jahre gebaute Altbau nicht mehr ausreichte. Und wie die Eltern bei so manchen Aktionen zugepackt haben. Nach den Dingen gefragt, an die sie sich besonders gern erinnert, fallen ihr die Feste am Neuen Wiehl ein. „Ende der 60- er Jahren haben wir sogar da gezeltet, Bodo Schülke war als Rettungsschwimmer dabei. Mit dem Pferdewagen von Bummi haben wir so schöne Ausflüge gemacht. Zu allen Betrieben hatten wir ein sehr gutes Verhältnis, von der LPG bekamen wir Kartoffeln und Mohrrüben für unsere Küche. Im Sommer zur Erntezeit war der Kindergarten auch am Sonnabend und Sonntag geöffnet, damit die Eltern arbeiten konnten.“ Der heutige Spielplatz war einst eine Müllkippe. Damit die Kinder hier im Sand buddeln, klettern und rutschen konnten, haben die Eltern viel Zeit investiert, um den Spielplatz zu schaffen. Auch den Varanda wurde von den Eltern an den Kindergarten angebaut.

Dank an motiviertes Team

Es wurde viele geplaudert – aber nicht nur von einst, sondern auch, wie es heute ist. „Auch wir können uns auf unsere Eltern verlassen“, ist Leiterin Anja Marschall-Skuppin dankbar für die Unterstützung. Als Beispiel nennt sie den zweimal pro Jahr stattfindenden Spatzenflohmarkt oder die Initiativen des Fördervereins, der gern um weitere Mitglieder wachsen könnte. Dankbar ist sie auch dem Erzieher- und Mitarbeiterteam, „alle sind motiviert und bereit, Neues auszuprobieren. Und wir sind ein gutes Team hier im Spatzennest.“ Und alle – Erzieher, Eltern und Kinder – hoffen, dass es im neuen Jahr nun endlich voran geht mit dem Neubau des Kindergartens. Die Verbandsgemeinde will das Projekt mit oder ohne Stark-III-Fördermittel, vor vor nun mittlerweile fast drei Jahren zur Verfügung gestellt worden sind, endlich auf den Weg bringen – wie, das entscheidet sich Anfang dieses Jahres. Bis es dann aber wirklich losgeht und die Bauarbeiter anrücken, wird wohl noch mal Zeit vergehen. Zur Einweihung jedenfalls wollen die Ehemaligen dann auf jeden Fall wiederkommen.

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