Klietz l Hunderten großen und kleinen Gästen – vor allem aus dem nahen Schullandheim – hatte Rüdiger Sigmund im Laufe der Jahre die Klietzer Bockwindmühle erklärt. Jetzt macht ihn seine Gesundheit zunehmend zu schaffen – das Erklimmen der hölzernen Treppe bereitet ihm große Schwierigkeiten. Mit Detlef Furchheim hat er nun einen Nachfolger als Mühlenführer gefunden.

Jetzt erfolgte die offizielle Übergabe dieses für Klietz wichtigen Ehrenamtes, wozu sich neben Bürgermeister Hermann Paschke auch dessen Amtsvorgänger Jürgen Masch an der Mühle eingefunden hatte. Letzterer erinnerte an die Anfänge vom Wiederaufbau des hölzernen Zeitzeugen. Mitte der 1990er Jahre hatte er diesen angestoßen, als in der Altmark gerade eine Mühle umgesetzt wurde. Er bat die Fachleute nach Klietz zur Begutachtung der Mühlenruine. Diese meinten, dass ein Wiederaufbau zu bewerkstelligen wäre. 1995 kaufte die Gemeinde die Ruine, fünf Jahre später begann die Sanierung.

14 Jahre im Dienst gewesen

„Ich verabschiede hiermit den langjährigen Mühlenwart, der sich 14 Jahre lang um die Mühle gekümmert hatte“, erklärte Hermann Paschke. Die Mühle sei ein Stück Heimatgeschichte, an welchem sich nicht nur die Klietzer sondern auch Touristen täglich erfreuen können. Alljährlich zu Pfingsten wird auch hier zum Mühlentag geladen, wobei das uralte Handwerk Interessenten erklärt wird. Als Dank für dieses Ehrenamt durfte sich der ehrenamtliche Windmüller 2017 ins Goldene Buch der Gemeinde eintragen.

Zur „Wachablösung“ gab es neben dem Mühlenschlüssel für den Neuen für beide Windmüller ein Sechs-Pfund-Brot von den Klietzer Bäckermeistern Wolfgang und Cornelius Glaser. „Ich kenne von früher sogar noch Acht-Pfund-Brote“, berichtete Rüdiger Sigmund. 2005 war er nach Klietz gekommen und in den Heimatverein eingetreten, ein Jahr später wurde er Mühlenführer.

Detlef Furchheim lud nach der Übergabe gleich zum Rundgang, der Aufforderung folgten einige der ebenfalls anwesenden Jugendklubbesucher. Natürlich mussten sich auch die vier hölzernen Flügel der Windmühle – der Müller nannte diese Ruten – zur Übergabe drehen. Die Mühle ist voll funktionsfähig, weshalb Detlef Furchheim auch vorschlug, vielleicht mal mit dem hier gemahlenem Mehl Brot beim Bäcker zu backen.