Havelberg l Waltraud Winkelmann bleibt Vorsitzende der Frauenselbsthilfegruppe Krebs in Havelberg. Ihr zur Seite steht im Vorstand weiterhin Waltraud Wittig. Neu hinzugekommen ist Sybille Vogel. Das ist das Ergebnis der Vorstandswahl auf der Mitgliederversammlung am Montag. Die bisherige Kassiererin Gerda Lemme hatte aus Altersgründen nicht wieder für den Vorstand kandidiert.

Die Frauen der Selbsthilfegruppe sagten dem Vorstand mit einer Rose und einem Gutschein Dankeschön für die geleistete Arbeit in den vergangenen vier Jahren. Auch die Landesvorsitzende der Frauenselbsthilfe Elke Naujokat aus Wittenberg würdigte die Arbeit des Trios. „Wir arbeiten alle ehrenamtlich und unentgeltlich zum Wohle der Menschen, die an Krebs erkrankt sind oder erkrankt waren. Das bedarf einiges an Zeit.“ In Sachsen-Anhalt gibt es zwölf Gruppen, bundesweit elf Landesverbände. In Havelberg steht die Selbsthilfegruppe seit 28 Jahren auf stabilen Füßen, finden Frauen aus der Hansestadt und der Umgebung bis aus dem Brandenburgischen Halt und Gemeinsamkeit. „Immer nach unserem Leitziel: auffangen, informieren und begleiten.“

Elke Naujokat erinnerte daran, wie sie vor neun Jahren Waltraud Winkelmann fragte, ob sie die Gruppenleitung übernehmen würde. „Es war ein längeres Gespräch, sie hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Um so schöner war es für mich, nach zwei Jahren von ihr zu hören: ,Das macht ja Spaß‘.“ Im Namen des Landesvorstandes überreichte die Vorsitzende dem alten und auch dem neuen Vorstand Blumenpräsente.

Sie berichtete vom Bundeskongress, der wie in jedem Jahr in Magdeburg stattgefunden hat. Gut gefallen habe ihr das „Open Space“-Verfahren. Bei diesem konnten Mitglieder aus den Selbsthilfegruppen ans Mikrofon treten und sagen, was sie vom Forum erwarten. Im Anschluss traten die Teilnehmer während des zweitägigen Kongresses in den Austausch zu den verschiedenen Themen. „Ein sehr effektives Instrument“, so Elke Naujokat.

Name geändert

Festgelegt wurde auch, dass die Frauenselbsthilfe nach Krebs, die so seit über 40 Jahren existiert, künftig auf das Wörtchen nach verzichtet. Ursprünglich wurde sie für brustkrebserkrankte Frauen gegründet. Nach und nach kamen Frauen mit anderen Krebserkrankungen hinzu. Und auch Männer – nicht nur mit Brustkrebs. Deshalb wurde schon länger überlegt, sich einen neuen Namen zu geben, berichtete Elke Naujokat. Auch langjährge Partner wie Krankenkassen, Deutsche Krebshilfe und Politiker wurden gefragt. Fast 90 Prozent der Befragten rieten davon ab, sagten, dass die Frauenselbsthilfe eine Marke ist und ein neuer Name zu Schwierigkeiten führen könnte. Deshalb nun also der Name „Frauenselbsthilfe Krebs“. „Bitte tragt das weiter“, sagte die Landesvorsitzende und machte zugleich deutlich, dass es innerhalb der Organisation verschiedene Netzwerke gibt. Unter anderem für Männer mit Brustkrebs und für junge Frauen mit Krebserkrankungen bis zum Alter von rund 35 Jahren. Ausdrücklich sind auch Männer in den Selbsthilfegruppen willkommen.

Neu in den Vorstand wählten die Mitglieder der Havelberger Selbsthilfegruppe Sybille Vogel, die als Stellvertreterin arbeiten wird. Die bisherige Stellvertreterin Waltraud Wittig übernimmt die Finanzen.

Die Frauen freuen sich auf ihre Mehrtagestour 2019, die am Donnerstag nach Graal-Müritz an die Ostsee führt. Für Oktober ist ein Spielenachmittag geplant, im November wird für die Adventszeit gebastelt.