Wulkau l Der halbe Dachdeckerbetrieb der beiden Wulkauer stand in Flammen. Acht Feuerwehren aus der Umgebung eilten zum Brandort: Wulkau, Sandau, Havelberg, Klietz, Scharlibbe, Schönfeld, Schollene und Kamern. Die Einsatzkräfte verhinderten, dass sich das Feuer noch auf weitere Gebäude als die bereits betroffenen ausbreiten konnte.

Feuerlöscher reichte nicht

Als Erster hatte an dem Tag übrigens Mario Marx von der anderen Straßenseite aus gesehen, dass aus einer Garage dicker Qualm aufstieg. Er lief sofort hinüber und versuchte die Flammen mit einem Feuerlöscher zu ersticken. Ohne Erfolg. Derweil hatte ein die Straße passierender Autofahrer bereits den Notruf gewählt und damit die Alarmierung der acht Wehren ausgelöst.

Eigentlich sollte gefeiert werden

„Wir haben von all dem nichts mitbekommen“, erzählte Doris Schneider am Sonnabend rückblickend. „Denn wir waren zu der Zeit im Büro, um auf den 70. Geburtstages meines Mannes Helmut anzustoßen.“ Doch dann war es ganz schnell vorbei mit der nicht einmal richtig begonnenen Geburtstagsfeier.

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Einsatzkräfte eingeladen

„Die Einsatzkräfte haben uns vor noch schlimmerem Verlust bewahrt. Dafür möchten wir ihnen und auch allen anderen Helfern, die uns in den schweren Stunden zur Seite standen, heute mit einem gemütlichen Beisammensein Dankeschön sagen. Das haben sie sich redlich verdient“, würdigte Helmut Schneider zu Beginn der Dankeschönveranstaltung am Sonnabend auf dem Firmengelände den Einsatz der Kameradinnen und Kameraden der zur Brandbekämpfung eingesetzten Wehren aus der Umgebung.

Speis und Trank ausgegeben

Und beide Eheleute freuten sich, dass auch alle acht Wehren ihrer Einladung gefolgt waren. Zusammen mit einigen Helfern konnten sie insgesamt um die 80 Gäste zu Speis und Trank, zunächst im Freien und dann in einem extra dafür aufgebauten großen Zelt, begrüßen. „Eine wirklich schöne Geste, so etwas erleben wir Feuerwehrleute nicht alle Tage“, fand nicht nur Schönfelds Ortswehrleiter Tobias Mahnitz. Damit auch alle Gäste satt werden, hatten Schneiders unter anderem zwei Schweine am Spieß geordert. Es gab Bier, Glühwein und andere Getränke. Frei nach Wahl.

245.000 Euro Gesamtschaden

Ausgestanden sind die Folgen des Brandes in der Firma mit einem Gesamtschaden von rund 245.000 Euro aber noch lange nicht. „Unser Wunsch ist, dass alles wieder so aufgebaut wird, wie vor dem Feuer“, sagt Doris Schneider. „Die Baugenehmigung liegt auch schon vor.“ Das sei gut so. Was wieder Bauch- und Kopfschmerzen bereitet, das ist ein neues Problem, das in dem Zusammenhang aufgetaucht ist und erst über viele Umwege geklärt werden muss.

Christbaum bleibt stehen

Von dieser Klärung hängt auch ab, wie lange der Weihnachtsbaum, der die Brandfläche in den letzten Wochen etwas geschmückt hat, dort noch stehen bleibt. „Erst, wenn dort die Grundplatte drauf kommt, werden wir ihn wegnehmen“, kündigt Doris Schneider an und hofft zugleich, dass der Christbaum nicht noch den ganzen Sommer an seinem Platz ausharren muss.

Schwarzes Jahr 2019

„Die Aufregung und der Ärger nehmen einfach kein Ende. 2019 war mit dem Brand und auch gesundheitlich ein schwarzes Jahr für uns, und 2020 geht es gleich so weiter“, kommentiert sie und erwähnt dabei, dass es für die Firma „ebenso wichtig ist, dass die Arbeit weiter geht“. Zu diesem Zweck werden übrigens noch Dachdecker und Hilfsarbeiter gesucht.

Dank an die Helfer

Dass die Dankeschönveranstaltung so gut angekommen und verlaufen ist, ist auch einigen Freundinnen und Freunden sowie Familienmitgliedern zu verdanken. Stellvertretend für alle nennt Doris Schneider ihre Tochter Annika und Juliane Brandt aus Neukamern.