Elbe-Havel-Land l Ein Blinder als Wegweiser? Ein Nichtsehender, der Sehenden zeigt, in welche Richtung sie gehen müssen? Eigentlich unvorstellbar, aber die Jugendlichen der Jungen Gemeinde aus dem Pfarrbereich Jerichow erzählen und spielen die Geschichte von Samuel, dem blinden Bettler, so anrührend und originell und doch ohne übertriebenen Pathos nach, dass die Gottesdienstbesucher am Heiligen Abend in der Wuster Kirche spontan Applaus spenden, obwohl das sonst nicht üblich ist. Die Darstellungen der verschiedenen Charaktere, angefangen von den frechen Hirten, dem herrischen Befehlshaber und duldsamen Befehlsempfänger über die engagierte Mutter des Heilands und den besorgten Vater bis hin zu den leicht desorientierten Weisen, die sich allesamt auf Samuel einlassen, da nur er den richtigen Weg nach Bethlehem kennt, machten das Krippenspiel zu einer ansprechenden Einstimmung auf das Weihnachtsfest. Kurze Dialoge in heutiger Sprech- und Ausdrucksweise waren aktuell und humorvoll gestaltet.

Das waren die Mitwirkenden: Josephine Stimming als Samuel; Svenja Lucke und Leonhard Albrecht als Hirten; Emma Berger und Benjamin Enders als Maria und Josef; Natalie Müller und Doris Enders als römische Legionäre sowie Selina Schenk, Christiane Bühler und Luise Zielke als Könige.

Pfarrer Christof Enders probte das Stück „Licht in der Finsternis“ von Christoph Birkner in Doppelbesetzung, da eine zweite Aufführung kurz nach Wust in der Jerichower Klosterkirche stattfand. Einige der Darsteller mussten daher noch vor Ende des Gottesdienstes die Kirche verlassen, um pünktlich in Jerichow zu sein.

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Umrahmt wurde der Gottesdienst durch den Chor der Gemeinde, der die Krippenspielszenen mit Liedern wie „In dulci jubilo“, „Joy to the world“, „Engel auf den Feldern singen“ oder „Eine Nacht wie jede andere“ zum Teil dreistimmig begleitete. Unter der Leitung von Sabine Stimming sangen Silke Stumpf, Margrit Braunschweig, Anett Komorowski, Bärbel Müller, Ines Köppen, Beate Voß, Ina Leutloff, Kathleen Zander, Adrian und Marco Glöckner sowie Gerhard Faller-Walzer mit.

Nach einer Ansprache durch die Gemeindepädagogin Anett Komorowski und dem gemeinsamen Lied „Stille Nacht“ wurden die großen und kleinen Gottesdienstbesucher in den Heiligen Abend entlassen.

Filme werden bei Gottesdiensten gezeigt

Auch in der Kirchgemeinde Schönhausen hatten sich die Krippenspieler gründlich auf den Heiligen Abend vorbereitet. Ihre Darstellung der Weihnachtsgeschichte war mal traditionell, wie zum Beispiel in Hohengöhren und in Schollene, zum Schmunzeln wie in der Neuermarker Kirche oder musikalisch wie in der Schönhauser Kirche. Die Kinder und ihre erwachsenen Unterstützer hatten überall ein ebenso großes wie begeistertes Publikum. „Es gibt bei den Menschen eine große Offenheit für die Botschaft von Weihnachten“, freut sich auch Pfarrer Ralf Euker. Auch musikalisch waren die Christvespern wieder vorzüglich ausgestattet, in Schollene und in Schönhausen durch die Singkreise der jeweiligen Kirchengemeinde, in Schönhausen außerdem durch den Posaunenchor.

Wer die Krippenspiele noch einmal sehen möchte, der lässt sich am besten in die Krippenspielfilm-Gottesdienste am Sonnabend, 16. Januar, um 14 Uhr in das Hohengöhrener Pfarrhaus, am Tag darauf um 10 Uhr in die Schönhauser Winterkirche oder am Sonntag, 24. Januar, um 14 Uhr in das Neuermark-Lübarser Bürgerhaus einladen. Der Film vom Schollener Krippenspiel wird am Freitag, 20 Februar, um 16 Uhr im Pfarrhaus von Schollene gezeigt.