Jederitz l „Die Gesundheit der ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute ist uns als Verwaltung sehr wichtig – und dazu ist neben der Ausbildung eine gute Technik nötig“, erklärte Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski zur offiziellen Indienststellung. Dazu hatten sich etliche Jederitzer sowie Abschnittsleiter Ulrich Ziegler vorm Gerätehaus der Ortschaft eingefunden.

Gerade im ländlichen Raum haben die Aktiven oft mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen, ein modernes Fahrzeug motiviert denn die Jugend doch noch mehr zu einem Beitritt. Nicht zuletzt sei eine Feuerwehr für die Sicherheit der Einwohner in den jeweiligen Orten zuständig, wozu deren Mitglieder viel Freizeit opfern.

Nur zwei Maschinisten für W50

Die Einsatzbereitschaft war der Hauptgrund für die Neuanschaffung gewesen: Seit Mai 2005 besaß Jederitz ein W 50-Löschfahrzeug, was die Stadt Havelberg vom Zellstoffwerk Arneburg günstig erworben hatte. Der Haken: Für dieses Fahrzeug benötigte der Maschinist einen Lkw-Führerschein – und diesen besaß im Ort zuletzt nur noch zwei Kameraden, welche auswärts arbeiteten. Sechs Einsätze mussten im Vorjahr ausfallen, weil sie nicht im Ort waren. Ein unhaltbarer Zustand.

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Das 1992 gebaute neue Löschfahrzeug – intern als LF 8/6 bezeichnet – wiegt unter 7,5 Tonnen, darf also mit einem DDR-Führerschein gesteuert werden. Diesen besitzen in Jederitz immerhin sechs Aktive.

Der 169 PS starke Iveco führt 600 Liter Wasser mit sich, besitzt einen Allradantrieb und ist ein Gruppenfahrzeug. – Er kann also bis zu neun Kameraden transportieren. Ausgestattet ist das generalüberholte Fahrzeug mit allem Nötigen: Beleuchtungssatz und Lichtmast, Notstromaggregat, vier Atemschutzgeräte und natürlich diverses Schlauchmaterial liegen in den Fächern. Um die 16.000 Kilometer stehen auf dem Tacho.

Fahrzeug leistete nach Sturm bereits gute Die

Bei den Beseitigungen der vielen Sturmschäden hatte sich das Fahrzeug bereits gut bewährt. Der W 50 leistet jetzt in Damerow gute Dienste, er ersetzt dort ein noch älteres Einsatzfahrzeug, was keinen TÜV mehr bekommen hätte, informierte Ulrich Ziegler zum Verbleib des Vorgängers. Er kann sich noch gut erinnern, dass Jederitz früher nur mit einem Hänger ausgerückt war. Nach der Wende wurde das Gerätehaus gebaut, was genug Platz für ein großes Einsatzfahrzeug bietet.

Vor allem die Jederitzer selbst hatten sich vehement dafür eingesetzt, dass sie ein solches Fahrzeug bekamen, um ihre Einsatzbereitschaft endlich wieder herzustellen. Und diese sei nicht nur für Jederitz selbst, sondern auch für Havelberg wichtig, denn für die benachbarten Domstädter ist die Wehr eine große Unterstützung bei umfangreicheren Einsätzen.

Ortsbürgermeister Lothar Pietzschmann – er war vor einiger Zeit wegen der Personalnot in der Wehr dieser beigetreten – freute sich ebenfalls über die Neubeschaffung. Das neue Fahrzeug reihe sich würdig ein in einfolgreiches Vorjahr, blickte er zurück. Immerhin acht Veranstaltungen hatte es im kleinsten Ort der Einheitsgemeinde gegeben, ein neuer Verkehrsspiegel wurde aufgestellt, es gab eine Einwohnerversammlung und das Dorf präsentiert sich Gästen und Durchfahrenden in einem sauberen Zustand. Es gebe ein gutes Miteinander im Ort.

Im Anschluss bestand dann Gelegenheit, beim Neujahrstreff im Versammlungsraum ins Gespräch zu kommen. Die Speisen bereiteten die Jederitzer selbst zu, der Ortsbürgermeister war wieder für den Kartoffelsalat zuständig. Seione Stellvertreterin Angelika Klahr nutzte die Gelegenheit, um der Wehr ein Fotobuch von der großen Übung im Vorjahr in Havelberg zu schenken.