Schönhausen l „In dem Jahr hatten wir insgesamt 58 Veranstaltungen und Maßnahmen, wobei inklusive der 35 Einsätze über 2071 Stunden absolviert wurden“, resümierte Ortswehrleiter Karl-Heinz Pick in seinem Bericht auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Schönhausen im Gerätehaus.

Darunter befanden sich 48 Schulungs- und Dienstabende, auf denen 574 Teilnehmer gezählt wurden. Im Schnitt kamen knapp somit zwölf Aktive, im Juni waren an zwei Tagen nur sechs Aktive dabei, am 15. August gab es mit 21 Teilnehmern die höchste Beteiligung.

Drei Auschlüsse im Vorjahr

Drei Mitglieder wurden wegen Inaktivität ausgeschlossen – anderthalb bis fast drei Jahre hatten sie an keiner Ausbildung teilgenommen. Im Gegenzug wurden drei Neue aufgenommen. Aktuell hat die Einsatzabteilung 25 Mitglieder, darunter vier Frauen.

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Im Vorjahr war die Wehr noch mit dem Umzug aus dem Gewerbegebiet ins flutsanierte Gerätehaus beschäftigt, so dass nicht alle Ausbildungsthemen behandelt werden konnten. Der Wehrleiter wies darauf hin, dass jeder Aktive im Jahr mindestens 40 Ausbildungsstunden absolvieren muss.

Breites Einsatzspektrum

Das Einsatzspektrum war wieder breit gefächert. Los ging es am 18. Januar 2018 mit einem umgestürzten Baum, im Februar stürzte ein Lkw auf der B 188 um, im März war eine Ölspur an der Tankstelle zu beseitigen, es ging zum Wohnungsbrand nach Klietz und am NP-Markt brannte ein Auto. Auch im Mai eilte man nach Klietz, am Sportplatz brannte dort der Wald, in Fischbeck gab es einen Verkehrsunfall und am Hohengöhrener Damm war nach einem Unfall Öl in einem Gewässer zu beseitigen. Und beim Löschangriff am 9. Juni brannte eine Hecke in der Bismarckstraße.

Allein sieben Einsätze gab es Ende Juli, davon drei an einem Tag, dem 25. Juli: Um 7.21 Uhr wurde zum Böschungsbrand an der ICE-Strecke alarmiert, um 7.38 Uhr zur Rauchentwicklung im Hook und um 19.39 Uhr war ein Ödlandbrand am Schönhauser Damm zu löschen – zum letzten Einsatzort musste man auch an den beiden Folgetagen sowie am 31. Juli. Zudem kam es in der alten Gärtnerei am 28. Juli zu Brandstiftungen – was bei der Trockenheit sehr übel hätte ausgehen können.

Keiner der Insassen überlebte Unfall

Diverse umgestürzte Bäume waren später zu beseitigen, im September roch es an der Tankstelle nach Gas, im Oktober ging auf dem Mühlenberg ein Rauchmelder und Mitte November fand eine Übung am Kindergarten statt. Auch eilte man zu diversen Verkehrsunfällen: Eingeklemmte waren am 19. August, 13. September, 19. Oktober sowie am 1. November zu befreien – wobei den letzten Unfall auf der B 107 niemand der drei Insassen überlebte. Letzter Einsatz des Jahres war am 21. Dezember die Beseitigung einer Dieselspur in der Bismarckstraße.

Alle 25 Aktiven waren insgesamt 338 Male an den Einsätzen beteiligt gewesen, hatte der Wehrleiter errechnet. 665 Stunden kamen dabei zusammen – auf jeden Kameraden kamen somit über 26 Einsatzstunden. Die meisten Alarme gab es am Vormittag (17), nachmittags wurde zwölf und abends sechs Mal alarmiert. Wenigstens etwas Positives: Nächtliche Alarme gab es keine. Das Tanklöschfahrzeug rückte zu 31 Einsätzen aus, das Löschfahrzeug zu 16 und der Transporter war bei 24 Einsätzen dabei.

Die lang anhaltende Dürre hatte auch Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel, was beim Ausloten der Brunnen herauskam. Der Spiegel sank um bis zu 1,4 Meter, was sich teils auf die Förderleistung auswirkte. Neue Brunnen müssen in der Heinestraße und an den Stallanlagen am Kabelitzer Weg gebohrt werden. Probleme bereitet auch der Brunnen am Bauerndamm, er ist schlecht zu erreichen und bringt gerade mal 840 Liter Wasser je Minute.

Die Schönhauser waren im Vorjahr nicht nur Ausrichter des Löschangriffs im Juni, sondern feierten am 18. August auch das 125-jährige Bestehen ihrer Wehr sowie 25 Jahre Jugendwehr. Der Wehrleiter dankte allen Helfern und Sponsoren für das gelungene Fest.

Mit der Handdruckspritze nahm man an drei Wettbewerben teil, bei der Partnerwehr in Weitzmühlen gab es ebenfalls ein Jubiläum zu feiern, der Reitverein wurde im Juni beim Turnier und die Kirche beim Ökumenischen Kirchentag unterstützt, im September ging es nach Hohengöhren zum Nachtpokallauf und im Dezember nahm man am Nikolausmarkt teil.

Dienstherrin Steffi Friedebold zollte den Aktiven ihren höchsten Respekt, sie lobte die vorbildliche Nachwuchsarbeit und die Einsatzbereitschaft. Das sanierte Gerätehaus biete nun beste Voraussetzungen. Bis September wird die Brandschutzanalyse aktualisiert – das werde nach der Kommunalwahl ein Hauptthema. Zudem informierte sie, dass in Wust eine zentrale Kleiderkammer eingerichtet wird.